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Auf dem Dach steckt der Teufel im Detail

Deshalb ist der Siebenteufelsturm noch eingerüstet

Mehr als vier Monate ist es schon her, dass das Orkantief „Friederike“ ein Loch ins Dach des Siebenteufelsturms riss. Die Reparatur der Sturmschäden zieht sich hin, weil die Denkmalbehörde das letzte Wort hat.

HALTERN

, 28.05.2018
Auf dem Dach steckt der Teufel im Detail

Das Orkantief Friederike hatte dem Siebenteufelsturm im Januar zugesetzt. Jetzt wartet der Turm auf seine Reparatur. © Kevin Kindel

Der Teufel steckt im Detail. Soll die Biberschwanzpfanne gewellt oder glatt, herbstrot oder naturrot sein, soll das Dach einfach oder doppelt gedeckt werden? Fragen, bei denen nur eines feststeht: Die Obere Denkmalbehörde, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster, möchte das letzte Wort haben, bevor der Siebenteufelsturm nach dem Sturm Friederike im Januar wieder eingedeckt wird.

Grundsätzlich ist die Denkmalbehörde mit der Absicht der Stadt einverstanden, dem Turm ein neues Haupt aus Biberschwanzziegeln aufzusetzen. Nur zur Ausführung der Arbeiten behält sie sich eine abschließende Stellungnahme vor. Die Stadt wartet auf den Start der Reparaturarbeiten. Jede Woche, die das Gerüst länger am Siebenteufelsturm steht, kostet Mietgeld. Es jetzt ab- und später für die Dachsanierung wieder aufzubauen, rechnet sich laut Baubetriebshof nicht.

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Bislang ist das Dach des Siebenteufelsturmes provisorisch mit Kunststoffplane und Netz verschlossen. Gedeckt ist es zurzeit mit einfachen Ziegeln, die Stadt wünscht sich aber eine Dauerlösung, die heftigem Wind Widerstand leisten kann. Deshalb hatte Baubetriebshofleiter Gerd Becker Biberschwanzziegel als Lösung vorgeschlagen. Diese unterscheidet sich von normalen Ziegeln insofern, dass sie flach und am unteren Ende meistens halbrund geformt ist.

Das Kegeldach sieht am Ende anders aus, aber es hält, verspricht Gerd Becker. In der kommenden Woche werden die Gespräche zwischen Baubetriebshof und Denkmalbehörde fortgesetzt. Die Reparaturkosten bewegen sich in fünfstelliger Höhe. Noch ist nicht klar, wie sich die Versicherung (Sturmschaden), die Denkmalbehörde und die Stadt die Kosten aufteilen.

Der Siebenteufelsturm ist der letzte deutlich sichtbare Rest der alten Stadtbefestigung. Er wurde 1502 gebaut. Während des Dreißigjährigen Krieges trug die Mauer mehrfach Schäden davon, wurde aber wieder aufgerüstet. Weil die hohen Kriegsschulden nicht getilgt werden konnten und die Mauer bedeutungslos geworden war, wurde sie ab 1765 abgebrochen und verkauft. 1819 beschloss die Provinzregierung in Münster den endgültigen Abriss und verkaufte die Steine an die Bürger, die sie im Haus- und Straßenbau verwendeten. Nur der Siebenteufelsturm blieb stehen.