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Sixtus-Pfarrei schenkt 30 Kindern Schultornister

Pilotprojekt

Eltern sollen sich nicht wegen ihrer Armut schämen müssen. Damit ihre Kinder mit einem Tornister in die Schule gehen können, kooperiert die Kirchengemeinde St. Sixtus mit einem Verein.

HALTERN

, 03.07.2018
Sixtus-Pfarrei schenkt 30 Kindern Schultornister

Bernd Krispin (Kinderglück-Gründer, M.) händigte Pfarrer Michael Ostholthoff (l.) und Adam Dorn die Tornister für Halterner Kinder aus. © Foto: Stephan Schütze

Es gibt Eltern in Haltern und anderswo, die können sich die Anschaffung eines Schultornisters einfach nicht leisten. Knapp 21 Prozent Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Armut betroffen. Diese Kinderarmut bedeutet vor allem, dass es am Notwendigsten fehlt, wie beispielsweise an Schulranzen. Die Pfarrgemeinde St. Sixtus wurde auf ein Projekt des gemeinnützigen Vereins „Kinderglück“ aus Dortmund aufmerksam, das genau bei diesem Problem ansetzen möchte.

Kinder aus sozial schwachen Familien schämen sich, wenn sie statt mit Tornister mit einer Plastiktüte oder einem Stoffbeutel zum ersten Schultag erscheinen. Hier setzt der Verein „Kinderglück“ an. Er ermöglicht sozialen Institutionen, Schulen und Kitas, für ihre Schützlinge Anträge für ein Schulranzenset zu stellen. 1528 solcher Anträge aus dem Ruhrgebiet und Münsterland gingen 2018 beim Verein ein.

Eben auch aus Haltern: Pfarrer Ostholthoff und Adam Dorn als Mitglied des Kirchenvorstands St. Sixtus holten 30 Tornister in der Kinderglück-Halle in Holzwickede ab.

„Auch in Haltern gibt es einen Bedarf“

Die Schulranzen werden in diesen Tagen von den Kita-Leitungen aus der Zentralrendantur abgeholt. Die Pfarrei St. Sixtus hatte bereits im Winter alle Einrichtungsleitungen (nicht nur der katholischen Kitas) nach dem Bedarf in ihren Einrichtungen befragt. Familien, denen es schwerfällt, die Erstausstattung der Kinder für den ersten Schultag zu kaufen, hatten die Möglichkeit, sich zu melden oder wurden angesprochen, ob sie Interesse an der Teilnahme der Aktion hätten. Michael Ostholthoff sagt: „Als Pfarrgemeinde haben wir die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, dass auch Haltern an der Aktion von Kinderglück partizipieren konnte. Die Aktion soll unbedingt wiederholt werden, da allein der erste Durchlauf mit 30 Familien bereits gezeigt hat, dass es einen Bedarf auch in unserer Stadt gibt.“

Eltern bleiben anonym

Die Pfarrei geht sogar davon aus, dass bei Bekanntwerden der Aktion die Anfragen sogar noch zunehmen werden. „Das Thema einer versteckten Armut begegnet uns in der caritativen Arbeit in unserer Pfarrei an sehr vielen Stellen. Menschen müssen in unserer Stadt großen Mut aufbringen, Hilfen in Anspruch zu nehmen, da viele einen Gesichtsverlust fürchten“, erklärt Pfarrer Ostholthoff. Daher sei es wichtig, dass die Tornister-Aktion soweit wie irgendwie möglich anonym ablaufe.

Die Schulranzen werden den Eltern übrigens ohne Anwesenheit der Kinder übergeben, sodass die Kinder zu keinem Zeitpunkt wissen, dass es sich um eine Spende handelt.

Man bleibt in engem Kontakt

„Der erste Kontakt mit Pfarrer Michael Ostholthoff zeigte mir, dass er ein Mensch ist, der spürt, wo Hilfe nötig ist. Ich freue mich sehr, dass wir nun in engem Kontakt stehen“, so Kinderglück-Gründer Bernd Krispin.

Durch über die Jahre entstandene Kooperationen mit Herstellern wie z. B. Ergobag, Scout und Spiegelburg kann der Verein die Schulranzen-Sets (inklusive Etui, Sportbeutel, Schlamper) stark vergünstigt für diese Hilfsaktion erwerben und verteilen.

Mehr Informationen gibt es unter

www.stiftung-kinderglueck.de