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Provisorischem Pendler-Parkplatz droht das Aus

Neue Pläne für Halterns Pastors Kamp

Die Stadt plant, das struppige Gelände Pastors Kamp zu entwickeln. In diesem „Urbanen Gebiet“ soll ein Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten auf engem Raum erlaubt sein. Das hat drastische Konsequenzen für die Pendler, die dort täglich parken.

Haltern

, 03.03.2018
Provisorischem Pendler-Parkplatz droht das Aus

Ein Innenstadtcafé hat am Pastors Kamp 14 Parkplätze gemietet. © Elisabeth Schrief

Viele Familien wünschen sich ein Zuhause in Haltern am See. Aber die Kauf- und Mietpreise für Wohnraum steigen rasant, ein Entgegenwirken der Kommune ist nahezu unmöglich.

Außer, sie weist Baugrundstücke auf eigenen Flächen aus. Die CDU stellte 2017 den Antrag, Pastors Kamp zwischen Innenstadt und Bahnhof als Fläche für eine mögliche Wohnnutzung zu untersuchen und hier bezahlbaren Wohnraum für mittlere oder geringere Einkommen bereitzustellen. Auch SPD und Grüne stoßen mit Anträgen in das gleiche Horn. Darauf reagiert nun die Verwaltung. „Wir schlagen vor, die 2,6 Hektar große Fläche zu revitalisieren und hier ein attraktives Stadtquartier zu entwickeln“, erläuterte Baudezernentin Anette Brachthäuser auf Nachfrage eine Vorlage, die im Ausschuss Bauen und Verkehr am Donnerstag (15. März) erörtert wird.

„Es müssen noch viele Gespräche geführt werden“

Das Quartier liegt zwischen Bundesstraße 58 und Bahnlinie einerseits und alter Recklinghäuser Straße und Recklinghäuser Damm andererseits. Hinter dichter und hoher Wohnbebauung an der abgetrennten Recklinghäuser Straße tut sich eine Fläche mit provisorischem Parkplatz, Gestrüpp, Lagerplätzen und Garagen auf. „Die Hälfte dieses Areals gehört der Stadt, der Rest befindet sich in Privateigentum“, sagte Anette Brachthäuser. Deshalb müssten noch viele Gespräche geführt werden.

Die Verwaltung schlägt vor, Pastors Kamp in ein „Urbanes Gebiet“ umzuwandeln. Bundestag und Bundesrat hatten im April 2017 eine Änderung des Bauplanungsrechts verabschiedet. Mit dem „Urbanen Gebiet“ schufen sie neue Voraussetzungen: Die Städte bekommen ein Instrument an die Hand, um dichter und höher zu bauen und das Miteinander von Wohnen und Arbeiten in den Innenstädten zu erleichtern. Für den Pastors Kamp heißt das: Die Häuser dürfen dreigeschossig werden, ein Grundstück darf bis zu 80 Prozent statt sonst 40 Prozent bebaut werden, außerdem ist ein Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe ausdrücklich erwünscht. Die gewerblichen Lärmimmissionswerte dürfen am Tag um drei Dezibel (A) höher sein als in einem Mischgebiet und damit bei 63 Dezibel liegen. Anette Brachthäuser: „Wir hätten an dieser Stelle am liebsten Geschäfte und Büros oder Gebäude für kulturelle und sportliche Zwecke.“

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Pendler werden Wegfall von Pastors Kamp mit Skepsis betrachten

Für das Parken bleibt nur noch eine kleinere Fläche übrig. Das jetzige Provisorium wird vor allem von Angestellten der Innenstadtgeschäfte und -büros genutzt. Denn hier können die Autos den ganzen Tag über kostenlos stehen. Die Berufspendler werden die neuen Entwicklungen deshalb eher mit Skepsis betrachten. Ferner haben hier ein Innenstadt-Café und ein Möbelhaus im Rahmen der Stellplatzablöse mehr als 14 Parkplätze gemietet.

Um konkret in die Planungen einsteigen zu können, soll für Pastors Kamp ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Baudezernentin Brachthäuser wirbt für diesen Standort: „Er bietet mit seiner Innenstadt- und Bahnhofsnähe in Kombination mit einer guten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr ideale Voraussetzungen für ein neues Quartier.“

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