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Ohne «Pichler» und Zylinder

Lavesum Aufgeregtes Kichern im Flur vor dem Mehrzweckraum in der Grundschule. «Ist er das?» Fünf Mädchen springen wie aufgescheuchte Hühner umher.

20.06.2007

Die Schreiberlinge der Internetzeitung LAGRUNA (Lavesumer Grundschulnachrichten) hatten kürzlich den ersten Mann der Stadt zum Interview eingeladen.

Bürgermeister Bodo Klimpel kam gern. Und ja: Er war es. Mit roter Mappe unter dem Arm und ganz leger. Nicht wie bei Bibi Blocksberg, meint er: «Da trägt der Bürgermeister einen Zylinder und wird stets von Sekretär Pichler begleitet.» Beim Erdbeerkuchen, den die Kinder ihrem Gast kredenzten, gab er zu, dass er «außer hart» jede Ei-Variante gern zum Frühstück verspeise, Spaghetti Bolognese sein Lieblingsgericht sei und für ihn die Liebe durch den Magen gehe. Denn an Ehefrau Sabine findet er toll, dass sie gut kochen kann. Und überhaupt ist sie toll: «Sonst hätte ich mich nicht verliebt.» Wieder Kichern.

Ehefrau ist daheim Chef

Die Mädchen der OGS-Projektgruppe waren zwar neugierig, manche zuvor zurecht gelegte Frage kam dann aber doch nur zögernd. «Wer ist Zuhause der Chef?» 470 Mitarbeiter hat der Bürgermeister unter sich, aber daheim? «Meine Frau - ganz klar». Und er selbst, ist er ein lieber oder strenger Chef? «Das kann meine Sekretärin besser beurteilen», wich das Stadtoberhaupt aus. Räumte aber ein, dass er wohl manchmal streng sein müsse, um das Tagesgeschäft zu bewältigen. Vor dem Besuch in der Grundschule etwa war Klimpel bereits in Düsseldorf und Recklinghausen, danach folgten Termine, abends ein Parteitreffen. Viele Sitzungen, viele Bürgergespräche. Beichten ja, Lotto spielen nein. Und nein, Bodyguards brauche er nicht, obwohl manchmal nächtliche Anrufe recht unangenehm seien. Dass er als Schüler mit Vorliebe Tafelschwämme für Wasserschlachten missbrauchte, gefiel den Nachwuchsredakteuren. Prominente Gäste? «Ja, aus der Politik oder Christoph Metzelder zum Mittagessen.» Und die Privilegien eines B ürgermeisters? «Privat muss ich überall Eintritt zahlen wie jeder andere auch.» Gehofft hatten sie insgeheim beim gemeinsamen Gang mit Bodo Klimpel zur Tankstelle, ein Eis umsonst zu bekommen. Aber da wird auch ein Bürgermeister behandelt wie Du und ich. Ellen Adam

Interview im Internet: www.lagruna.de

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