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Musiker auf Entdeckungsreise

Haltern Gitarre und Cembalo im Kontext Kammermusik? Das klingt zunächst ungewöhnlich, denkt man bei Kammermusik doch eher an das klassische Streicherquartett als an diese seltene Kombination.

11.10.2007

Doch was die Dozenten der Musikhochschule Münster, Reinbert Evers (Gitarre) und Gregor Hollmann (Cembalo) den zahlreichen Klassikliebhabern am Mittwochabend an Bach'scher Kammermusik in der Kundenhalle der Sparkasse darboten, konnte sich hören lassen. Die Musikprofessoren woben mit ihren Instrumenten einen illustren Klangteppich bekannterer Bachsonaten und ließen sie mit ihrer ungewöhnlichen aber wirksamen Instrumentierung in neuem Glanz erstrahlen.

Gefühl von Schwindel

Einleitend spielten Hollmann und Evers die Sonate in d- Moll nach dem Bach-Werke-Verzeichnis 527. Dann gab der Cembalist Evers die Gelegenheit, das Publikum allein auf der Gitarre zu überzeugen. Dabei war es durchaus möglich, ein Gefühl von Schwindel zu empfinden, sah man dem Gitarristen bei den komplizierten Akkordwechseln zu.

Befinden sich die Kompositionen Johann Sebastian Bachs seit jeher in dauerndem konzertsituativen Fortschritt, so führten die beiden Musiker an diesem Abend Bach zurück zu den Wurzeln der Kammermusik. "Die Zeit neuer, spektakulärer Bachfunde in Bibliotheken und Archiven ist sicher vorbei", meinte Hollmann. Und so nahmen die beiden das Publikum mit auf eine Abenteuerreise, Neues an vertrauten Stücken zu entdecken. Sehnsüchtig lebendig erschallte Bachs Sonate in C-Dur (nach BWV 530), verbanden sich Gitarre und Cembalo zu einem überaus reizvollen Klanggewand.

Solistisch verwirklichen konnte sich auch Cembalist Hollmann, der Bachs Englische Suite in F-Dur (BWV 809) darbot. Und wer hätte gedacht, dass der alte Bach hier tatsächlich Vivaldi, eines seiner derzeit großen Vorbilder, zitierte, in dem er die Akkorde einfach rückwärts spielte?

Hörgenuss

So kam man nicht nur zu einem besonderen Hörgenuss, sondern als Beigabe noch zu einer kleinen Nachhilfestunde in Sachen Musikgeschichte. Gemeinsam spielten Hollmann und Evers die Sonate in C-Dur (BWV 529) und ließen sich auch um die fast schon obligatorische Zugabe nicht lange bitten.

Zuvor hatten bereits Studenten der Musikhochschule Münster in Kooperation mit der KunstKulturStiftung der Sparkasse eine kleine Reihe klassischer Konzerte in der Kundenhalle begonnen. Das Konzert der beiden Lehrenden bildete nun mit Werken des Altmeisters Bach den angemessenen Abschluss dieser Reihe. Daniel Schlichter

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