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Mieten oder kaufen – Objekte am Alloheim

Streit um barrierefreie Wohnungen in Haltern

Der Verkauf des Alloheim-Altenheims und der Grundstücke für altengerechte Häuser sitzt manchem Politiker noch in den Knochen. Entsprechend aufgeheizt war Donnerstagabend die Diskussion im Rathaus.

Haltern

, 10.06.2018
Mieten oder kaufen – Objekte am Alloheim

Neben dem Alloheim in Sythen (M.) sollen barrierefreie Wohnung gebaut werden. Werden diese dann vermietet oder verkauft? Darüber gab es am Donnerstagabend Streit im Rathaus. © Blossey

Adriano Winkler von der Immobiliengesellschaft Viam-TSC Osmium flog extra zur Sitzung aus Berlin ein. Nach einer, wie er fand, „rabiaten“ Diskussion im Halterner Rathaus ging es für ihn direkt wieder zurück. Der Ausschuss Generationen und Soziales fühlte ihm auf den Zahn: Wann werden die barrierefreien Wohnungen am Sythener Altenwohnheim endlich gebaut, wie viel werden verkauft, wie viel vermietet?

Die Alloheim-Gruppe hat bekanntlich die Grundstücke für fünf barrierefreie Häuser mit 35 Wohnungen im Elterbreischlag sowie das direkt angrenzende Altenheim an die Viam – TSC Osmium in Berlin verkauft.

Ungeduldige Politiker und eine heftige Debatte

Ursprünglich waren Bau und Betrieb von Altenheim und betreutem Wohnen von der Politik im Paket an Alloheim vergeben worden. Während das Altenheim längst in Betrieb ist, warten Politik und Wohnungsinteressenten ungeduldig auf den Baustart der Häuser. „Wir haben den Auftrag an einen Generalunternehmer vergeben, im Sommer geht es los“, versicherte Adriano Winkler. Er rechnet mit einer 15-monatigen Bauzeit.

Die Interessentenliste für die Wohnungen zwischen 64 und 100 Quadratmeter ist lang. Zwischen 80 und 100 Personen, so Winkler, stehen auf dieser Liste, die er nun abarbeiten werde. Nach einer Kontaktaufnahme werde sich ergeben, wer kaufen und wer mieten wolle. „Wir entscheiden nach Bedarf.“ An diesem Punkt entzündete sich eine heftige Debatte.

„Werden die Wohnungen tatsächlich ihrem Zweck entsprechend genutzt oder sind sie nur Spekulationsobjekte?“, fragte beispielsweise Marlies Breuer (WGH). Mit Hinweis auf den angespannten Wohnungsmarkt in Haltern kann sich Willi Grave (ehemals Geschäftsführer des Caritasverbandes) sogar junge Kaufinteressenten vorstellen: „Wird dann aus den Häusern ein Mehrgenerationenprojekt?“

Wenn das Berliner Unternehmen die Wohnungen verkaufe, gehe das an der Zielgruppe, nämlich auch weniger begüterten Senioren eine Chance zu geben, vorbei, kritisierte Karl-Heinz Berse (Die Grünen). Das sei nicht Absicht der ursprünglichen Planung gewesen.

Keine Exklusivität für Teile der Bevölkerung

Bürgermeister Bodo Klimpel wandte ein, von Anfang an sei im Rat klar definiert worden, dass die Wohnungen gemietet oder gekauft werden könnten. Sie nun an junge Familien abzugeben, wie einige befürchteten, mache doch keinen Sinn. Die Diskussion habe verdeutlicht, dass die Politik Wert auf Vermietungen lege, um nicht einem exklusiven Teil der Bevölkerung die Wohnungen zu überlassen. Winkler möge diesen Wunsch doch bitte mit nach Berlin nehmen.

Adriano Winkler allerdings ließ sich nicht festnageln, auch wenn Ausschuss-Vorsitzende Beate Pliete ihn zum Schluss noch einmal unter Druck setzte. Eine finale Konzeption gebe es nicht, doch in seinen Worten schimmerte durch, dass der Verkauf der Wohnungen Priorität haben wird. Das hatte er im Übrigen bereits im Januar gegenüber der Halterner Zeitung bestätigt. Als Mietobjekte wird sich die Wohnungen auch nicht Jedermann leisten können. Winkler rechnet mit Mieten von mindestens 8 bis 11 Euro pro Quadratmeter. Ein Wohlfahrtsunternehmen ist Viam-TSC Omnium nicht.

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