Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Leistung gerecht bezahlen

Haltern Der Streit um den Mindestlohn sorgt seit Wochen für Zündstoff in der Koalition. Als Mindeststundenlohn sind 7,50 Euro im Gespräch. Doch muss eine gesetzlich Regelung wirklich her?

28.06.2007

Josef Sträter, Landwirt aus Sythen, hält davon gar nichts: «Das wäre der Niedergang der Landwirtschaft.» Er glaubt, dass die deutsche Landwirtschaft damit nicht mehr konkurrenzfähig wäre: «Wir müssen das ja durch unsere Produkte auch einnehmen. Und Lebensmittel sind so billig wie noch nie.»

Auch Elke Kandaouroff vom Hotel Seehof steht der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns skeptisch gegenüber: «Wir zahlen nach Leistung. Wer gute Arbeit macht und mit Freude dabei ist, wird entsprechend bezahlt.»

Doch davon möchte man sich im Seehof zunächst ein Bild machen. Aus diesem Grund erhalten neue Kräfte und solche, die zunächst eingearbeitet werden müssen, eine andere Entlohnung als die Stammkräfte.

Konkurrenzkampf

Besonders in der Kritik der Verfechter des Mindestlohns stehen die Gebäudereiniger. Ausländische Arbeitnehmer, so der Vorwurf, arbeiten hier für Dumpinglöhne. Beim Gebäudereinigungsunternehmen Maus in Lippramsdorf sieht das anders aus: «Wir zahlen nach Tarif und zwar 7,87 Euro pro Stunde», so Liane Müller von der Geschäftsleitung. Die gesetzliche Einführung eines Mindestlohns hält sie trotzdem für schlecht. Sie fürchtet, dass der Konkurrenzkampf in der Branche dann noch stärker ausbricht. Der Tariflohn wird im Unternehmen auch deshalb gezahlt, weil Reinigungskräfte schwer zu bekommen sind: «Wir sind froh, wenn wir Stammpersonal haben, das auf Steuerkarte arbeitet, ansonsten gibt es viel Wechsel.» Außerdem wüssten die Reinigungskräfte sehr genau, wie hoch der Tariflohn ist. Liane Müller: «Die würden für weniger gar nicht arbeiten.»

Dumping-Löhne

Ganz anders sieht Sabine Hake vom Salon «Haargenau» in der Lippstraße die Sache. Die Einführung des Mindestlohns findet sie genau richtig: «Vor allem die Billigfriseure in den Großstädten zahlen Niedriglöhne. Mir ist ein Fall bekannt, da wurden einer Friseurin 5 Euro pro Stunde gezahlt.» Sabine Hake, die erst seit Mai selbstständig ist, setzt dagegen auf gute Bezahlung: «Wer gute Arbeit leistet, wird auch entsprechend bezahlt.»

Ihr sind zufriedene Mitarbeiter und ein gutes Betriebsklima wichtig. Aus diesem Grund ist sie auch gegen Umsatzbeteiligungen. Das schaffe nur Konkurrenz: «Bei mir sollen alle Hand in Hand arbeiten.» Heike Riemann

Lesen Sie jetzt