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Klezzmates sind längst kein Geheimtipp mehr

HALTERN Alle gleich, in schwarzen Hemden und orange beglasten Sonnenbrillen und mit ernsten Mienen betraten die fünf polnischen Musiker am Sonntagabend die Bühne im Rathaussaal.

von Von Stefan Gewecke

, 06.10.2008
Klezzmates sind längst kein Geheimtipp mehr

Mit einer gelungen Mischung aus traditionellen Elementen und Jazz entführten die Krakauer Klezzmates in die mysteriösen und dynamischen Klangwelten der Klezmermusik.

Die ernsten Mienen behielten sie fast während des ganzen Konzertes bei. Nur zum Schluss, zu den Zugaben, löste sich die Anspannung.  

Die „Klezzmates“, eine Klezmergruppe aus dem polnischen Krakau, war im Rahmen des Münsterlandfestivals zu Besuch in Haltern. Die Musiker hatten ein Knopfakkordeon, die Klarinette, den Kontrabass, das Schlagzeug mit vielen percussiven Elementen und eine Violine mitgebracht. Jeder Musiker ist ein absoluter Profi auf seinem Instrument. „Klezzmates“ ist eine Kombination aus dem Englischen „Classmates“ (Klassenkameraden) und Klezmermusik. Die Musiker haben sich während des Studiums an der Krakauer Akademie der Künste kennen gelernt.

2005 gründeten sie die Band und avancierten in kürzester Zeit vom Geheimtipp zu einer der besten europäischen Klezmergruppen. Ihre Stücke sind eine Mischung aus traditionellen Elementen und Jazz. Viele Songs begannen sehr ruhig, leise, verhalten. Dramatisch wurde Spannung erzeugt durch die lang gezogenen Töne des Akkordeons mit den dazu im Gegensatz stehenden schnellen Rhythmen des Schlagzeugs. Nur selten wurde ein Lied im 4/4-Takt gespielt, ein 9/8- oder 5/4- Takt waren eher die Standards. Leise Phasen wechselten sehr plötzlich mit lauten Takten ab, die Musik war sehr dynamisch. Einzig die Musiker, mit Ausnahme des Bassisten, hatten konstant eine fast unbewegliche Mimik, die Musik erforderte höchste Konzentration.

Interessant war auch, wie die Instrumente genutzt wurden: Da wurden das Schlagzeugbecken in einer leisen Phase nur mit dem Finger angeschnippt oder die Töne der Violine mit einem starken Hall versehen, so dass der Hörer sich in eine fremde, mysteriöse Bergwelt versetzt fühlte. Ein interessantes Programm, wahres Futter für die Ohren und den Geist, eine Erweiterung des musikalischen Horizonts.

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