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Jeder Mensch hat Potenzial

Ellen Buttgereit begleitet ihre Kunden auf dem richtigen (beruflichen) Weg

06.06.2007

Hellblaue Fensterläden schmücken das über 100 Jahre alte Haus mit dem kleinen Vorgarten und dem weißen Gartenzaun. Eine Idylle in Sythen und der ideale Ort für einen Arbeitsplatz, der Konzentration, Einfühlungsvermögen und eine angenehme Atmosphäre benötigt. «Ich lege viel Wert auf ein entspanntes Ambiente», sagt Ellen Buttgereit und stellt die duftende Teetasse auf den Glastisch. «Hier in meinen vier Wänden sollen sich Klienten wohl fühlen und zur Ruhe kommen können. Das wahre Leben, die Realität, die findet draußen statt.» Und ist mitunter gar nicht so einfach zu meistern. Überzogener Leistungsdruck, Stress, Mobbing und der Druck der permanenten Existenzbedrohung: Berufsleben kann herausfordern, erfüllen, bereichern oder die Hölle sein. «Meine Aufgabe ist es, Menschen am Punkt der beruflichen Veränderung oder Orientierung zu begleiten», sagt Buttgereit, und man hat das Gefühl, sie möge bitte sofort damit anfangen. Coaching heißt das Zauberwort, mit dem die Beraterin ihren teilweise weit angereisten Kunden Hilfe zur Selbsthilfe geben möchte. «Mit Zauberei hat das jedoch nichts zu tun», sagt sie. Ellen Buttgereits Kunden sind auf der Suche. Was für eine Persönlichkeit habe ich, welche einzigartigen Fähigkeiten, wie formuliere ich sinnvolle Lebensschritte? Zusammen begibt sie sich mit ihnen auf die Suche nach Lösungen, nach Wegen, die in die Veränderung führen und begleitet Berufstätige auf ihrem Weg zu mehr Selbsterkenntnis, Selbstmotivation und Eigenverantwortung. Neben ihrer staatlich anerkannten Coaching-Ausbildung, helfen ihr dabei ihre persönlichen Erfahrungen. «Nach dem Abitur plagten mich Selbstzweifel. Wohin geht man, wenn einem die ganze Welt offen steht?» Sie entschied sich gegen ein Studium und traf eine Vernunftsentscheidung: Die Ausbildung zur Bankkauffrau sollte ihr Sicherheit geben. «Schon früh erkannte ich, dass mir der Kontakt zu Menschen die meiste Freude bereitet.» Doch vieles frustrierte die Sythenerin auch: «Der Mensch als Nummer, der Leistungs-und Erfolgsdruck, aller Wert wurde nur mit Geld bemessen.» Nach der Geburt ihrer Töchter teilte sie sich die Verantwortung für den Finanz- und Personalbereich im Unternehmen ihres Mannes. «So wirklich mein Ding war aber auch das nicht», erinnert sich Ellen Buttgereit heute. Erst mit der Hilfe eines Coaches entdeckte sie, was sie im Leben eigentlich wollte. «Ich lernte, mir meine persönlichen Begabungen und Fähigkeiten bewusst zu machen und selbstständig konkrete Ziele zu definieren und umzusetzen.» Den Schritt in die Selbstständigkeit einmal gewagt, absolvierte sie eine Weiterbildung, die ihr heute eine Ausweitung des Klientels auf Führungskräfte erlaubt. Zurück in das schöne Gebäude mit der angenehmen Atmosphäre. «Klienten, die zu mir kommen, werden in den Sitzungen auch emotional», sagt Ellen Buttgereit zur Verabschiedung. Die Grenze zur Therapie ist fließend, Emotionalität erwünscht, und doch hat Coaching kaum etwas mit Therapie zu tun. «Therapeutisches Arbeiten beruft sich viel auf Vergangenes. Ich arbeite Ressourcen- und zukunftsorientiert und glaube an das Nach-vorn-schauen und an Veränderungen.» Und wer das schöne Haus verlässt, der glaubt das auch. Julia Neumann

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