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Die Feuerwehr hatte ein eigenes Klettergerüst

14.06.2007

Haltern Nur noch die älteren Einwohner Halterns können sich an ihn erinnern. Am ehesten wissen die Nachbarn Münsterstraße/Breitenweg mit dem Namen «Steigerturm» etwas anzufangen. Solche etwa zehn Meter hohen Übungs-Türme der freiwilligen Feuerwehr standen früher in vielen Gemeinden in der Nähe eines Feuerwehrhauses. Sie sind heute fast überall verschwunden.

Die rechteckigen Türme, anfangs aus Holz, später aus Stahl waren dem Klettergerüst nachempfunden, das Turnvater Jahn in der Berliner Hasenheide aufstellen ließ. Sie dienten der Feuerwehr als vielseitiges Übungsgerät. In Haltern wurde schon ein Jahre nach Gründung der Turnerfeuerwehr ein hölzerner Steigerturm gebaut. Es war ein vierstöckiger Fachwerkbau mit flachem Dach. Im Jahr 1907 stiftete Louis Rumpf, Chef der Feuerwehr und gleichzeitig Inhaber einer Nagelschmiede auf dem Disselhof anlässlich des 25jährigen Bestehens von Turnverein und Feuerwehr einen neuen Steigerturm aus Stahlgerüst. Er stand noch bis 1955 an der Abzweigung Breitenweg/Münsterstraße. Dann wurde das Wahrzeichen verschrottet.

Heinz Kallhoff schreibt dazu im Halterner Jahrbuch 1998: «Unmittelbar vor der Schlosserei Osemann erhob sich ein mehrstöckiger eiserner Übungs-Turm der Freiwilligen Feuerwehr Haltern. Die Steiger übten hier mit ihren Leitern, die mit Haken versehen waren und an den Stockwerken aufgehängt werden konnten. Hatte man die oberste Plattform erreicht, zog man die Löschschläuche mit den Stahlrohren nach. Dabei konnte dann die Leistungsfähigkeit der Pumpen nachgewiesen werden.»

Auch Sprünge geübt

Der Turm diente auch zur Übung des Sprungs in das aufgehaltene Tuch. Nach getaner Arbeit konnte man die Schläuche zum Trocknen daran aufhängen. In der Turner-Feuerwehr Haltern gab es eine eigene Steigerabteilung. Von diesen Männern wurde Mut und Einsatzbereitschaft verlangt. Ihre Aufgabe war es, Menschen, Vieh und Mobiliar aus brennenden Gebäuden zu retten. Mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses 1953 wurden moderne Löschgeräte angeschafft.

Der Steigerturm wurde nicht mehr gebraucht. Sein Abriss wurde besonders von den Kindern bedauert, die ihn gern als Kletterspielplatz benutzten. Im Sprachgebrauch der älteren Nachbarn ist der Steigerturm auch mehr als fünfzig Jahre nach seinem Verschwinden noch lebendig. RM

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