Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Häuser in Berlin besetzt: Polizei greift durch

Berlin. Es war eine Aktion mit Ankündigung: Dutzende Menschen sind in der Hauptstadt in mehrere leerstehende Häuser eingedrungen. Doch nur in einem Fall griff die Polizei am Ende tatsächlich durch.

Häuser in Berlin besetzt: Polizei greift durch

Ein Polizeifahrzeug steht an der Bornsdorfer Straße in Neukölln. Foto: Paul Zinken

Mit Hausbesetzungen haben Aktivisten am Pfingstwochenende in Berlin gegen die Überteuerung von Wohnraum protestiert. Ein besetztes Haus im Stadtteil Neukölln räumte die Polizei bereits nach wenigen Stunden. Gegen 56 Personen werde wegen Hausfriedensbruch ermittelt, so eine Sprecherin.

Am Pfingstsonntag hatte die Initiative #besetzen zunächst verbreitet, dass neun leerstehende Häuser in mehreren Stadtteilen besetzt worden seien. Die Polizei rückte daraufhin aus und überprüfte nach eigenen Angaben sieben Gebäude. Bei den meisten habe es sich allerdings um Schein-Besetzungen gehandelt, sagte ein Polizeisprecher. Es habe sich dort niemand aufgehalten. Lediglich Transparente seien aus den Fenstern gehängt worden.

Ein Sprecher der Initiative kritisierte, Zehntausende Menschen in der Hauptstadt seien wohnungslos, und ein immer größerer Teil der Einkommen müsse für Mieten aufgewendet werden. Angesichts der vorherrschenden Gentrifizierung sei es „illegitim, dass Häuser leer stehen“. Unter dem Stichwort #besetzen war die Aktion Tage zuvor im Internet angekündigt worden - ohne genaue Standorte zu nennen.

In zwei Fällen in Neukölln und Kreuzberg stellten die jeweiligen Eigentümer laut Polizei am Sonntag Strafantrag und verlangten die Räumung. Dutzende Menschen hatten sich in den Gebäuden und auch davor versammelt. Sie versuchten, die Polizei am Betreten der Häuser zu hindern. Fünf Beamte wurden leicht verletzt. Im Innern des Hauses in Kreuzberg trafen die Polilzisten jedoch am Abend niemanden mehr an.

Die Aktivisten kritisierten dann am Montagmorgen die Räumung des Neuköllner Hauses. „Einige Personen wurden beim gewaltsamen Eindringen der Polizei verletzt“, hieß es in einer Mitteilung. Eine Sprecherin der Polizei sagte am Montag, es habe keine größeren Zusammenstöße gegeben, allerdings seien nicht alle Besetzer freiwillig gegangen.

/
urn-newsml-dpa-com-20090101-180521-99-390196
Ein Polizeifahrzeug steht an der Bornsdorfer Straße in Neukölln. Foto: Paul Zinken

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Berlin. Die 2015 eingeführte Mietpreisbremse wirkt nicht. Katarina Barley hat ihre Pläne für eine Nachbesserung vorgelegt, der Union gefallen die nicht sonderlich. Doch aufweichen will die Verbraucherministerin ihr Vorhaben nicht. Das lässt sie den Koalitionspartner deutlich wissen.mehr...

Potsdam. Die Digitalisierung gilt als Maß für Innovation und Garant für die Standortsicherung. Doch mit der Vernetzung wächst auch das Potenzial für Cyberangriffe. Der Verfassungsschutz registriert eine deutliche Zunahme.mehr...

Köln. Ein Islamist soll einen Anschlag mit einer Biobombe geplant haben. Der Rizin-Gift-Fund von Köln hat aufgeschreckt. Sicherheitsbehörden sehen eine neue Bedrohung durch biologische Kampfstoffe.mehr...