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Günter Högerl: LSVer mit Herzblut

LÜNEN "Einmal Lüner SVer, immer Lüner SVer!" Für Günter Högerl ist dieser Spruch keine Belastung. Er ist Ausdruck für die Freude am Vereinsfußball. Am Montag (6. 10.) feierte der Lüner Junge seinen 53. Geburtstag. Über sein Fußballerleben - ein Porträt.

von Von Bernd Janning

, 07.10.2008

Fast fünf Jahrzehnte bestimmt der Fußball schon sein Leben. Zuerst als aktiver Spieler im Mittelfeld, dann als Trainer. Heute kann er sich nach einem erneuten Neuaufbau bei seinen Rot-Weißen als Sportlicher Leiter über einen Mangel an Arbeit nicht beklagen.

Dieser Mann klagt eigentlich nie. Er hält seinen Mitarbeitern im Vorstandsteam, den Trainer und Spielern den Rücken frei. Gleichzeitig ist er ein Mann der klaren Worte und erklärt deshalb bei Bedarf offen: Wir waren schlecht. Wir haben verdient verloren. Klare Worte. So kennt man sie von Günter Högerl.

Als Junge von sieben Jahren trat er erstmals im Verein vor den Ball. "Das ist auf dem Schützenhof gewesen, gegen Wethmar. Ich glaube, wir haben unentschieden gespielt", erinnert er sich. Wenn es um den Ball geht, dann sind die Erinnerungen sofort frisch.Erfolge als Spieler und Trainer

Högerl durchlief alle Nachwuchsteams der Lüner. Er kam, als auch Spieler wie Rudi Berries aus einem guten A-Jugend-Jahrgang erwachsen wurden, zu den Senioren. Er spielte erst in der Bezirksliga-Zweiten.

Hängen geblieben sind schöne Geschichten. "Im Westfalen-Pokal der A-Jugend haben wir im Vorfeld Borussia Dortmund, damals mit Mirko Votava, ausgeschaltet. Vor toller Zuschauerkulisse besiegte uns dann auf dem Schützenhof der FC Schalke 04 mit Friedel Rausch mit 4:2. Das war das Aus im Viertelfinale."

Als Fußballer kennt er keinen Ruhestand. Der aktiven Zeit folgten die Trainerjahre. Als A-Jugend-Coach des Lüner SV waren die Stadttitel auf dem Feld und in der Halle eine Selbstverständlichkeit, gekrönt vom Aufstieg in die Bezirksliga mit Spielern wie Özkan Kaymak oder Christoph Parossa.

Er feierte Pokalsiege mit dem Erfolg über Berghofen, er spielte mit seiner A-Jugend im Westfalenpokal - die Siegesliste ist lang.

Stets war Günter Högerl seinem Verein treu. "Von 15 Jahren an der Linie war ich nur zweimal vom LSV weg", rechnet er heute vor.

Zweimal mit Erfolg. Er kannte die jungen Spieler mit multikulturellem Hintergrund aus der Jugend, kam so beim damaligen Türkspor Lünen zurecht. Er stieg mit dem Team, das damals auch auf dem Schützenhof zu Hause war, als A-Liga-Meister in die Bezirksliga auf.

Mit dem ATC stand er in der Winterpause auf Platz zwei. Dann war die Zusammenarbeit dort vorbei, der ATC stieg ohne ihn auf.Landesliga-Team steht im Mittelpunkt Der Lüner SV und dessen Zweite - das waren besondere Jahre. "Immer Zeiten des Neuaufbaus", sagt Högerl. "Irgendwann war das aber nicht mehr machbar. So war der Zusammenschluss unser Zweiten mit dem FC Lünen vor zwei Jahren die damals beste Lösung." Und heute? "Heute stehen bei uns in der Ersten wieder Spieler hintendran. Für die wäre eine Zweite nicht schlecht", sagt das Geburtstagskind der Woche. Grübeln will er aber auf keinen Fall.

Im Mittelpunkt steht nach dem Abstieg nur noch das Team in der Landesliga. Högerl: "Auch hier ist uns der Neuaufbau recht gut gelungen. Es fehlt nur noch das eine oder andere Ergebnis." Er meint das gute Ergebnis, er meint Siege.

Daran will der Mann mitarbeiten. Aber wie lange will er den Stress als Sportlicher Leiter noch mitmachen? Er weicht aus: "Das kann man im heutigen Fußball nicht sagen. Wir haben uns beim LSV mit Platz fünf bis acht ein erstes Ziel gesetzt. Und das wollen wir erreichen! Mein größter Wunsch ist, dass die Familie gesund bleibt. Dann werden wir die anderen Ziele verfolgen - und können dann auch viel erreichen." Der BVB ist Högerls zweite fußballerische Liebe

Dafür sind Auszeiten wichtig. Radfahren entspannt ihn, oder Wanderungen im Sauerland mit Frau Christa und Rüde Mirko, einer Mischung aus Dalmatiner und Boxer.

Und der Fußball entspannt ihn. "Meine Liebe zu Borussia Dortmund wurde mir schon in die Wiege gelegt. Ich habe mir schon als Kind im Stadion Rote Erde die Spiele angesehen, war in der Hoeschkampfbahn und habe Emmerich und Held beim Training beobachtet", schwelgt er in Erinnerungen.

Heute beobachtet Högerl regelmäßig die Borussen beim Bundesliga-Kick im Dortmunder Signal Iduna Park. Wenn er Zeit hat und nicht gerade für den Lüner SV unterwegs ist... ZUR PERSONGünter Högerl wurde am 6. Oktober 1955 in Lünen geboren. Sein Vater „Sepp“ Högerl, gestorben 1993, war einer der bekanntesten Lüner Fußball-Trainer, coachte auch die Regionalliga-Elf des Lüner SV in der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse. Mit Christa ist er seit 1977 verheiratet. Das Duo hat die Söhne Klaus (30), Spieler und Co-Trainer der heutigen Landesliga-Elf des LSV, und die Tochter Sonja (25). Der gelernte Bauschlosser ist Vorsitzender des Betriebsrates der Glashütte, heute Ardagh Glass.