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Grundstein für Museum der Geschichte der polnischen Juden gelegt

Warschau (dpa) - Nach jahrelanger Planung ist am Dienstag in Warschau der Grundstein für das Museum der Geschichte der polnischen Juden gelegt worden. Staatspräsident Lech Kaczynski wies bei der Feier auf die lange Geschichte der Juden in Polen und ihren Beitrag zur polnischen Kultur hin.

Grundstein für Museum der Geschichte der polnischen Juden gelegt

<p>Meir Lau, David Peleg und Richard von Weizsäcker bei der Grundsteinlegung in Warschau.</p>

«Die Geschichte der polnischen Juden ist ein Teil der Geschichte Polens», betonte er. Sie verdiene Erinnerung und Ehrung. Er hoffe, dass das Museum ein wichtiger Ort «nicht nur für Juden, sondern auch für Polen wird».

Altbundespräsident Richard von Weizsäcker unterstrich die Unterstützung der Bundesrepublik für das Museumsprojekt. Man müsse die Erinnerung an die schreckliche Geschichte bewahren, damit die junge Generation nicht die gleichen Fehler mache, sagte er mit Blick auf das tragische Ende der größten jüdischen Diaspora in Polen im Zweiten Weltkrieg. «Wir sind uns der Verantwortung unseres Landes für den Holocaust bewusst», betonte von Weizsäcker. «Wir wissen, wie wichtig es ist, die Erinnerung an das unvorstellbare Leiden der Juden zu erhalten.»

Das Museum, dessen Bau im kommenden Jahr beginnt und das 2010 öffnen soll, sei eine Chance, Wissenslücken zu beseitigen und Vorurteile zu durchbrechen, sagte Kaczysnki. Der israelische Oberrabbiner Meir Lau, der an Stelle des zunächst erwarteten Staatspräsidenten Schimon Peres gekommen war, nannte den Bau des Museums eine «heilige Aufgabe». «Besser spät als nie», sagte er über das Museum. Es sei notwendig für die junge Generation, die oft nur noch vom Hörensagen wisse, dass in Polen einmal Millionen Juden lebten.

Das Museum entsteht im Zentrum des einstigen jüdischen Warschaus, auf dem Gebiet, in dem sich während der deutschen Besatzung das Warschauer Ghetto befand. Das Gebäude nach den Plänen des finnischen Architekten Rainer Mahlamäki wird gegenüber dem Denkmal zur Erinnerung an die Kämpfer des Ghetto-Aufstands errichtet.

Die Ausstellungsgegenstände werden seit Jahren nicht nur in Polen, sondern in aller Welt gesucht. Nach dem Willen von Museumsdirektor Jerzy Halberstadt und seiner Mitarbeiter soll das Museum mit zahlreichen Multimedia-Elementen nicht nur ein Stück der durch den Holocaust zerstörten polnisch-jüdischen Kultur nachvollziehbar machen, sondern in seinem Dokumentationsteil bei der Recherche der Schicksale jüdischer Familien und Gemeinschaften helfen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg was Warschau mit mehr als 300 000 jüdischen Einwohnern die größte jüdische Stadt in Europa. In Polen lebten insgesamt 3,5 Millionen Juden, ein Zehntel der Bevölkerung. Während der deutschen Besatzung wurden drei Millionen polnischer Juden ermordet. Nach dem Krieg verließen Zehntausende von Holocaust-Überlebenden Polen, da sie nicht mehr an eine Zukunft in ihrer Heimat glaubten.

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