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Google rückt künstliche Intelligenz mehr in den Vordergrund

Mountain View. Schon vor einem Jahr erklärte Google künstliche Intelligenz zum Herzstück seines gesamten Geschäfts. Auf der diesjährigen Google I/O ist zu sehen, wie lernende Maschinen das Leben verbessern sollen. Neu ist Software, die im Gespräch vom Menschen kaum zu unterscheiden ist.

Google rückt künstliche Intelligenz mehr in den Vordergrund

Google-Chef Sundar Pichai spricht bei der Entwicklungskonferenz Google I/O in Mountain View. Foto: Jeff Chiu/AP

Google setzt noch stärker auf künstliche Intelligenz, um seine Dienste nützlicher zu machen.

So soll das populäre Smartphone-Betriebssystem Android in seiner nächsten Version besser vorhersagen, welche Apps oder Funktionen Nutzer als nächstes aufrufen könnten - und auch für längere Batterielaufzeiten sorgen. Auch die Google-Karten und die neugestaltete Nachrichtenplattform Google News sollen mit maschinellem Lernen aufgewertet werden.

Die wohl beeindruckendste Demonstrationen zum Auftakt der Entwicklerkonferenz Google I/O am Dienstag drehte sich aber um einen sprechenden Computer, der in einer Unterhaltung kaum von einem Menschen zu unterscheiden war. Google arbeitet daran, seine sprechende Assistenzsoftware Anrufe für die Nutzer erledigen zu lassen. Google-Chef Sundar Pichai spielte Aufzeichnungen von zwei Telefongesprächen vor, die vom Google Assistant vollautomatisch mit Menschen geführt wurden. Dabei ging es darum, einen Termin beim Friseur und einen Tisch in einem Restaurant zu reservieren.

Während das Gespräch beim Friseur trotz einer etwas umständlichen Suche nach einem passenden Termin eher reibungslos verlief, musste die Software im Restaurant unerwartete Komplikationen bewältigen. So missverstand die Frau am anderen Ende der Leitung zunächst, um wie viele Personen und welchen Tag es ging - und dann stellte sich auch noch heraus, dass das Restaurant erst Reservierungen ab einer Gästezahl von fünf Personen annimmt. Der Assistant fragte daraufhin nach den üblichen Wartezeiten an einem Mittwoch.

Die Funktion sei noch in Entwicklung, betonte Pichai. Er machte keine Angaben dazu, wann sie für Nutzer verfügbar sein wird. Google konkurriert mit seinem Assistant mit ähnlicher Software wie Amazons Alexa und Apples Siri. Der Internet-Konzern will dabei von Stärken bei künstlicher Intelligenz und dem Wissen seiner Suchmaschine über die Welt profitieren.

Schon jetzt soll der Google Assistant verstärkt nicht nur per Sprache kommunizieren, sondern auch zusätzliche Informationen auf dem Bildschirm anzeigen. Google nennt die vernetzten Lautsprecher mit zusätzlichem Bildschirm „Smart Displays“. Zum Juli sollen solche Geräte von Marken wie LG, Lenovo oder JBL auf den Markt kommen. Der Vorteil sei zum Beispiel, dass man über die Lautsprecher mit Displays auch direkt Videos etwa bei YouTube ansehen oder Videochats starten könne, sagte Produktmanagerin Lilian Rincon. Zugleich könnte Google mit einer stärkeren Einbindung der Bildschirme das Problem lösen, dass es bei reinen Sprachassistenten keinen Platz zur Anzeige von Werbung gibt - die nach wie vor den Großteil des Konzerngeschäfts ausmacht. Auch auf dem Smartphone soll der Google Assistant mehr visuelle Informationen anzeigen, hieß es.

Pichai begann mit Beispielen, wie künstliche Intelligenz das Leben verbessern kann - von der Vorhersage von Erkrankungen auf Basis von Augen-Scans bis hin zur Fähigkeit, Farbe in Schwarz-Weiß-Fotos zu bringen. Zugleich geht Google auf die aktuellen Sorgen ein, dass Technik Menschen abhängig mache. In Android P - der nächsten Version des Betriebssystems - wird man die Nutzungszeit einzelner Apps einschränken können. Außerdem kann das Telefon automatisch in einen Nicht-Stören-Modus gehen, wenn es mit dem Bildschirm nach unten auf den Tisch gelegt wird.

Die Google-Karten sollen künftig aktueller sein, weil Veränderungen wie neue Gebäude automatisch aus Satellitenaufnahmen eingefügt werden. Weghinweise in Google Maps werden auf dem Smartphone-Bildschirm auf das Bild der Kamera überblendet, damit man sich leichter in der realen Welt zurechtfindet. Bilder der Kamera sollen auch verwendet werden, um die Position des Nutzers präziser als beim satellitengestützten GPS zu ermitteln.

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