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Gestrandet im Urlaub: Was gilt für Arbeitnehmer?

Berlin. Der Flieger geht nicht - der Urlaub dauert ungewollt länger. Das mag für manchen nett klingen, für Arbeitnehmer kann es aber ein echtes Problem sein. Denn wer nicht rechtzeitig zurückkehrt, bekommt eventuell weniger Lohn. Eine Abmahnung muss man aber nicht fürchten.

Gestrandet im Urlaub: Was gilt für Arbeitnehmer?

Nichts fliegt mehr: Wer wegen solcher Ausfälle Arbeitstage verpasst, muss mit Lohnkürzungen rechnen - aber nicht mit der Kündigung. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Naturkatastrophen oder Fluglotsen-Streiks, eine insolvente Airline oder technische Probleme am Flieger: Gründe für eine verspätete Rückkehr aus dem Urlaub gibt es viele.

Doch was, wenn Berufstätige deswegen nicht rechtzeitig wieder bei der Arbeit sind? Das Risiko liegt in solchen Fällen beim Arbeitnehmer, sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht: „Ich habe als Arbeitnehmer die Pflicht, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen - bin ich nicht da, gibt es auch kein Entgelt für die versäumte Zeit.“

Das sei bei der Rückkehr aus dem Urlaub ebenso wie beim Weg zur Arbeit, wenn es schneit oder glatt ist, so der Experte. Um einen Pflichtverstoß, der arbeitsrechtliche Konsequenzen hat - eine Abmahnung oder sogar die Kündigung -, handelt es sich aber meistens nicht. „Dafür fehlt in der Regel das Verschulden“, sagt Bredereck. „Wichtig ist allerdings, dass ich alles mir Zumutbare getan habe, um den Ausfall zu vermeiden.“

Was in diesem Zusammenhang zumutbar ist, hängt vom Einzelfall ab: Hat jemand seine Rückkehr aus dem Urlaub zum Beispiel sehr knapp kalkuliert - Landung Sonntagabend gegen 22:00 Uhr, Dienstbeginn um 8:00 Uhr am Montag - ist eine Verspätung eher eigenes Verschulden, so der Experte: „In solchen Fällen ist mir dann auch etwas mehr zumutbar, also ein kostenpflichtiges Umbuchen auf einen anderen Flug etwa.“

Arbeitnehmer sollten in solchen Fällen aber auf jeden Fall den Vorgesetzten informieren, und zwar unverzüglich - genau wie bei einer Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit. Denn das ist keine Kleinigkeit, warnt Bredereck: Auch ein Verstoß gegen die Informationspflicht kann arbeitsrechtliche Konsequenzen haben, im Wiederholungsfall sogar bis zur Kündigung.

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