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Geldbuße nach Chicorée-Betrug

Gericht

Ein listiges Nachfüllmanöver an der Gemüsetheke eines Supermarktes in Süd kommt einen Kunden teuer zu stehen. Nach einem Gerichtsbeschluss kostet den 47-Jährigen nun eine Tüte Chicorée satte 300 Euro.

RECKLINGHAUSEN

04.05.2011
Geldbuße nach Chicorée-Betrug

Der Recklinghäuser hatte im September 2010 das Geschäft an der Bochumer Straße betreten und sich von einem Verkäufer Chicorée abwiegen lassen. Nachdem der freundliche Mitarbeiter den Kundenwunsch erfüllt hatte, musste er nur kurz danach mit ansehen, wie der 47-Jährige seine bereits etikettierte Obst- und Gemüsetüte mit weiteren Chicorée-Köpfen auffüllte. Anschließend ging der Kunde in aller Seelenruhe zur Kasse, zückte sein Portemonnaie und bezahlte. Allerdings entschieden zu wenig – denn das Nachwiegen der Tüte hatte er ganz bewusst geschwänzt. Nachdem die Geschäftsleitung des Supermarktes kurz danach Strafanzeige erstattet hatte, klagte die Bochumer Staatsanwaltschaft den 47-Jährigen prompt wegen Urkundenfälschung und Betruges an. Doch zu einem öffentlichen Prozess vor dem Amtsrichter kam es vorerst nicht. Durch vermittelnde Gespräche gelang es Verteidiger Jens Tuschhoff im Vorfeld, einen Kompromiss herbei zu führen. Mit der Anklage, so der Anwalt aus Oer-Erkenschwick, habe die Staatsanwaltschaft das einem Mundraub ähnelnde Vergehen „zu sehr auf die Goldwaage gelegt“. Es sei ein Fehler gewesen, aber sicherlich keiner, der zwingend zu einer Verurteilung führen müsse, so Tuschhoff. Die vorläufige Lösung im Chicorée-Streit sieht jetzt so aus: Der 47-Jährige muss bis Mitte Mai eine Geldbuße von 300 Euro an die Landeskasse überweisen, im Gegenzug wollen Staatsanwaltschaft und Gericht das Strafverfahren wegen Urkundenfälschung dann endgültig einstellen.

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