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Fußball mit Neun gegen Neun? Schwerter zeigen gemischte Gefühle

Der demografische Wandel macht auch vor König Fußball nicht halt. Daher schlägt der Präsident des Deutschen Fußball Bundes (DFB), Dr. Theo Zwanziger, auf dem heute beginnenden DFB-Bundestag eine einschneidende Reform vor.

von Von Daniel Rademacher

, 24.10.2007
Fußball mit Neun gegen Neun? Schwerter zeigen gemischte Gefühle

Ist das die Taktiktafel der Zukunft? Statt 3-5-2 oder 4-4-2 könnten Trainer unterklassiger Teams bald möglicherweile auf ein 3-3-2-System setzen.

"Um dem demografischen Wandel gerecht zu werden, sollten wir zumindest in den Kreisligen A bis C die Spielerstärke reduzieren und mit weniger als elf spielen", so der stärkste Mann des größten Sportverbandes der Welt.

In der Schwerter Sportwelt trifft er damit auf Skepsis. Unter keinen Umständen kann sich der Präsident des ETuS/DJK Schwerte, Hans Haberschuss, vorstellen, dass künftig Neun gegen Neun auf Torejagd gehen sollen. "Die laufen sich auf dem Großfeld doch tot."

Für Haberschuss ist dieser Vorstoß eine von vielen Ideen aus der DFB-Zentrale, die seiner Ansicht nach mit der Wirklichkeit an der Fußball-Basis nicht viel zu tun haben.

   Skepsis empfindet auch Harald Rose, sportlicher Leiter der Ergster Eintracht: "So einem Antrag darf man eigentlich nicht stattgeben. Wo soll denn da noch vernünftiger Wettbewerb stattfinden?", fragt er sich. "Der DFB ist auf dem besten Wege, den Amateurfußball gegen die Wand zu fahren."

Viele andere Baustellen

Ohnehin hält Rose das vom DFB-Präsidenten prophezeite "Mannschaftssterben" für ein Problem, das in der hiesigen Region kaum vorhanden ist. Er meint: "In der Jugendarbeit macht so ein Vorschlag bestimmt Sinn." Im Seniorenbereich gebe es aber viele andere Baustellen, um die man sich zuerst einmal zu kümmern habe.

Auch für den Westhofener Ehrenvorsitzenden Manfred Althaus geht der Vorschlag zu weit. Er hat eine alternative Idee parat: "Statt den Fußball zu revolutionieren, sollte man über Spielgemeinschaften nachdenken." Sicherlich, so Althaus, gebe es in strukturschwachen Regionen Probleme, genügend Spieler für eine Seniorenmannschaft zusammen zu bekommen.

"Aber was hindert uns daran, in einem solchen Fall für eine bestimmte Zeit eine Spielgemeinschaft zu bilden? Das funktioniert in der Jugend doch auch." Reformen sollte man sich nach seinen Worten nicht verschließen. Allerdings sollten die Dinge, da wo sie funktionieren, weiter so bleiben, wie sie sind.

"Wenn es heißt: 'Elf Freunde müsst ihr sein', dann rutsch' ich schon untern Tisch."

Absolut auf der Linie Zwanzigers ist VfL-Trainer "Kiki" Kneuper, der schlicht von einer "guten Idee" spricht. "Endlich schaut mit Theo Zwanziger mal einer über den Tellerrand. Die Hauptsache ist doch, dass überhaupt gespielt wird." Den Hinweis auf den demografischen Wandel hält er für besonders wichtig: "Denn es wird auch endlich Zeit." Wenig Verständnis hat er dafür, sich an Fußballweisheiten zu klammern. "Wenn es heißt: 'Elf Freunde müsst ihr sein', dann rutsch' ich schon untern Tisch."