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Für gleichmäßigen Untergrund Estrich nehmen

Köln (dpa/tmn) - Ob Renovierung oder Neubau: Bei fast jedem Bauprojekt kommt auf den Heimwerker irgendwann das Thema Estrich zu. Estrich ist erforderlich, um Unebenheiten im Unterboden zu beseitigen und dient als Unterlage für Bodenbeläge unterschiedlichster Art.

Zusätzlich kann er mit einer Dämmung als Trittschallschutz eingesetzt werden, damit Schritte auf dem Fußboden nicht im Geschoss darunter zu hören sind. Je nach Material kann das Verlegen von Estrich zu einer echten Herausforderung für Hobby-Handwerker werden.

«Einen Zementestrich, der fließend hergestellt wird, selbst zu verlegen, ist eine kritische Sache», sagt Wolfgang Schäfer, Beratungsingenieur der BetonMarketing Ost in Berlin. Denn eine solche Arbeit setze viel handwerkliche Erfahrung voraus.

«Fehler beim Verlegen und beim anschließenden Austrocknen von fließend verlegtem Estrich können Rissbildungen oder Verformungen zur Folge haben», warnt Schäfer. Auch teure Fliesenbeläge können Risse bekommen, wenn der Estrich zu früh damit belegt wird. Außerdem entstehen Schallbrücken, wenn in die notwendige Randfuge Material eindringt. Zementestrich muss laut Schäfer vier Wochen austrocknen. Fenster und Türen sollten in dieser Zeit mit Plastikfolie verhängt werden, damit der Belag gleichmäßig austrocknet und nicht schrumpft.

Schäfer rät Heimwerkern daher vom Verlegen von Zementestrich ab. Gut geeignet ist dagegen Trockenestrich. «Die Handhabung ist viel einfacher als bei Fließestrich», sagt Hans-Peter Ahle vom Hersteller Xella in Duisburg. Der große Vorteil liegt darin, dass Trockenestrich nach einem Tag belegereif ist. Außerdem wird keine Feuchtigkeit eingebracht, die wieder entweichen muss. Dadurch verkürzt sich die Arbeitszeit und der Boden wird schnell nutzbar.

Doch Trockenestriche eignen sich nach Angaben der Do-It-Yourself-Akademie (DIY) in Köln nur dort, wo kleine Flächen verlegt werden sollen - zum Beispiel beim nachträglichen Ausbau des Kellers oder des Dachgeschosses oder in Bereichen, in denen die statischen Verhältnisse einen schweren Zementestrich nicht zulassen. «Eingesetzt werden kann Trockenestrich auch im Nassbereich», sagt Ahle. Allerdings seien hier spezielle Paneele erforderlich.

«Estrich-Elemente für die Trockenverlegung gibt es mit und ohne integrierte Dämmung», erläutert Michael Pommer von der DIY-Akademie. Zusätzliche Wärme- und Trittschalldämmung wird bei den Platten mit Styropor, Mineralwolle, Pappe oder Holzfasergemisch erzielt.

Trockenestrich-Elemente können direkt auf dem Boden verlegt werden. Angeboten werden sie mit Klicksystem oder mit einem Falzbereich, der verklebt und anschließend verschraubt wird. Die Schrauben sollten nicht länger sein als das Estrich-Element tief ist und keinen Kontakt zum Unterboden haben. Ansonsten wird die Schraube beim Begehen des Bodens hochgedrückt.

Verlegt wird Trockenestrich meist schwimmend. «Schwimmend verlegt bedeutet, dass der harte Estrich keine starre Verbindung zum Untergrund und den Wänden besitzt», erklärt Pommer. Auch der Bodenbelag, etwa Fliesen oder Laminat, darf nicht an der Wand anliegen.

«Sonst wird die Schalldämmung des schwimmenden Estrichs unwirksam», erläutert Gisela Pohl von der Initiative «Massiv mein Haus» im bayrischen Friedberg. Zwischen Belag und Wand muss eine Fuge offen bleiben. Sie kann mit einer dauerelastischen Masse wie Silikon geschlossen werden. Der Schall wird dann nicht weitergeleitet.

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