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Friesland: Schmutzige Deals

Hamburg. In „Friesland“ ist wieder ein Mord passiert - die Leiche schwimmt im Güllebecken. Und das Ermittlergespann Süher Özlügül und Henk Cassens bekommt es mit existenzgefährdenden Problemen in der Landwirtschaft zu tun.

Friesland: Schmutzige Deals

Ein Fall, der zum Himmel stinkt: Süher Özlügül (Sophie Dal) und Kommissar Brockhorst (Felix Vörtler). Foto: Willi Weber/ZDF

Leblos schwimmt der Körper von Holger Frerichs im Güllebecken auf dem Hof seiner Mutter und seines Stiefvaters. Obwohl die gar kein Vieh mehr halten, das den Naturdünger hätte produzieren können. „Die Sache stinkt“, motzt der aus der Kreisstadt Leer angereiste Kommissar Brockhorst (Felix Vörtler) angewidert – um sich kurz darauf vom Acker zu machen.

Doch der Kripomann hat in mehrfacher Hinsicht recht. So wurde gerade die Limousine des Bestatters Habedank (Holger Stockhaus), eines Nebengeschäftspartners von Frerichs (Knud Riepen), mit einer Ladung Jauche überzogen.

Auch die Deals, die beide Männer betrieben haben, dürfen nicht unbedingt als sauber gelten. Neben dem Verkauf gebrauchter Landmaschinen, bei dem es nicht immer astrein zuging, war das Makeln von Gülle Holger Frerichs Spezialität. „Aus Scheiße Geld gemacht“, nennt Brockhorst das. Allerdings hat sich der Markt auf diesem Feld drastisch, für manche Bauern sogar existenzgefährdend verschärft, wie die eigenmächtig ermittelnden Streifenpolizisten Süher Özlügül (Sophie Dal) und Henk Cassens (Maxim Mehmet) erfahren. Das ZDF zeigt den neuen „Friesland“-Krimi „Schmutzige Deals“ am Samstag, 10. Februar (20.15 Uhr).

Das Duo ist in der siebten Episode der Krimireihe wieder unterwegs in der Region an der Nordsee - um mit flotten Sprüchen und einigem Scharfsinn, mit dem vor allem die streberhafte Süher aufwartet, den Fall zu lösen.

Erdacht hat die Geschichte der Drehbuchautor Timo Berndt, Regie führte Markus Sehr. Beide haben bereits 2017 bei „Friesland – Krabbenkrieg“ zusammengearbeitet. Das jüngste Ergebnis ist eher Krimi-Hausmannskost. Die Spannung gerät üblich, die Dauer-Frotzeleien der auf Komik gebürsteten Reihe mit ihrem holzschnittartigen Standardpersonal, zu dem auch die Apothekerin und Hobby-Kriminologin Insa Scherzinger (Theresa Underberg) gehört, muss man mögen. Und dass die bodenständigen Friesen einen einzigartigen Klüngel bilden, bei dem Täter und Opfer, Zeugen und Ermittler bis ins Mark freundschaftlich und familiär miteinander verbandelt sind, ist eine Botschaft, die der häufigere „Friesland“-Zuschauer längst verinnerlicht haben sollte.

Dafür wirft die Gülle-Thematik ein Schlaglicht auf die problematische Lage von Landwirten. Weil aufgrund von Umweltbestimmungen pro Hektar Land nur eine bestimmte Menge Kuhdung und Schweinejauche als Dünger aufgebracht werden darf, lassen Halter größerer Viehbestände deren Gülle an Bauern vermakeln, die nur Felder bewirtschaften. Dieses Konstrukt funktioniert in „Friesland“ nicht mehr.

Denn in den benachbarten Niederlanden gibt es noch mehr Vieh, noch weniger Land und noch strengere Gesetze. Deshalb bezieht das spätere Mordopfer Frerichs seine Ware von dort. Und die heimischen Mastbetriebe haben ein Problem: Sie wissen nicht mehr, wohin mit ihrer Gülle. Dagegen bekommen Großbetriebe ohne Viehwirtschaft, wie der vom windigen Landmann Klaas Möldenbrok (Markus Gertken), für die Abnahme holländischen Mists von der öffentlichen Hand sogar noch Geld. Stoff für viel Zoff also.

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