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Ex-Spieler Raphael Mark kritisiert Deniz Sahin scharf

Fußball: SG Selm nach dem Abstieg

Sieben Tage nach dem Abstieg der SG Selm aus der Kreisliga wird noch einmal Kritik am Trainer laut. Raphael Mark, Ex-Spieler der Selmer, rechnet mit Deniz Sahin ab. Der begründet die Suspendierung mit Fehlverhalten.

Selm

08.06.2018
Ex-Spieler Raphael Mark kritisiert Deniz Sahin scharf

Gut für Selm? Trainer Deniz Sahin hat gegen den SC Nienberge in der Halbzeit seine Ansprache hinter der Bande, hinter der seine Spieler sitzen, gehalten. Der Selmer Coach ist nach Saisonende noch einmal unter Beschuss geraten, entgegnet die Kritik aber. © Reith

Die Saison ist vorbei, die SG Selm aus der Fußball-Kreisliga A abgestiegen. Ruhe kehrt aber trotzdem nicht ein. Ex-Spieler Raphael Mark (24) hat noch einmal heftig gegen seinen Ex-Verein nachgetreten. Die SG Selm hatte den Mittelfeldspieler mitten in der Saison rausgeschmissen.

Zerrüttet war das Verhältnis zwischen Trainerteam und Teilen der Mannschaft schon vor dem Ende der Winterpause. Mark hatte – nachdem er nicht mehr Teil der Mannschaft war – sogar angeboten, das Traineramt bis Saisonende zu übernehmen, wenn man sich vom Trainerteam trennen würde. Damit habe er Teile der Mannschaft, vor allem die „Lüner Fraktion“ um Rajko Milinkovic und Maik Banna hinter sich gehabt, sagte er selbst. „Es wären viele Spieler wieder regelmäßig zum Training gekommen“, meinte Mark, „ich bin der festen Überzeugung: Hätte ich die Rückrunde gespielt, wäre Selm nicht abgestiegen. Ich freue mich, dass Selm abgestiegen ist.“ Nach dem Abstieg hatte er die Mannschaft per Sprachnachricht beschimpft.

Ex-Spieler Raphael Mark kritisiert Deniz Sahin scharf

Raphael Mark: „Ich bin der festen Überzeugung: Hätte ich die Rückrunde gespielt, wäre Selm nicht abgestiegen.“ © Reith

Mark beklagte enorme Defizite im Training. Taktisch wie konditionell habe sich die Mannschaft verschlechtert, wie auch andere Personen aus dem Mannschaftsumfeld bestätigten. Auch hätten sich die Trainer zu wenig um einzelne Spieler gekümmert. „Das Trainerteam ist das schlechteste, das ich je hatte. Aber es ist vielleicht auch darauf zurückzuführen, dass es die schlechteste Liga ist, in der ich bisher gespielt habe“, so Mark. „Für mich klingt er sehr frustriert. Die Vorwürfe sind lächerlich. Jeder, der ihn kennt, weiß, dass das an deren Haaren herbeigezogen ist“, sagte Trainer Deniz Sahin.

Offenkundig ist, dass schon die Vorbereitung bei der SG miserabel war. „Es gibt Spieler, denen etwas versprochen wird – und dann sitzen sie auf der Bank. Da verlieren sie irgendwann auch die Lust. Deswegen sind einige im Winter nicht mehr gekommen“, sagte Mark. Das habe dann zu einer sehr schlechten Trainingsbeteiligung geführt. „Ich habe zum Ende hin auch oft das Training abgesagt, weil ich keinen Bock hatte“, sagte Mark und weiter: „Ich bereue, dass ich nach Selm gegangen bin. Fußballerisch bin ich nicht weitergekommen.“

Streit und Meinungsverschiedenheiten im Training

Immer wieder habe es Meinungsverschiedenheiten und Streit zwischen Mark und dem Trainerteam gegeben. Die Differenzen reichten von Positionsbesetzung, der taktischen Ausrichtung bis zum Hierarchieverständnis in der Mannschaft. Bereits im Oktober 2017 gab es laut Mark erstmals Ärger, als Coach Deniz Sahin Spieler auf dem Feld ließ, die Mark zufolge aber ihre Leistung nicht brachten. Statt schwächelnde Spieler habe Sahin aber Mark ausgewechselt. Nach einem Disput im Training hatte Sahin Mark dann in der Vorbereitung auf die Rückrunde suspendiert, nachdem er im Training laut geworden war. Sahin holte Mark gegen Roxel im März zurück, beförderte ihn aber kurz vor dem Albachten-Spiel (2:9) endgültig aus der Mannschaft. „Raphael ist im Training mehrmals aufgefallen und hat Mitspielern körperliche Gewalt angedroht. Deswegen haben ich, der Co-Trainer, der Mannschaftsrat und der Vorstand einstimmig darüber abgestimmt, ihn zu suspendieren“, sagte Sahin und bezeichnete das soziale Miteinander als „schwierig“. Auch in Brambauer hatte der Verein die Zusammenarbeit mit dem Spieler vorzeitig beendet, bestätige Coach Jascha Keller.

Richtig hat Mark mit dem spielenden Co-Trainer abgerechnet: „Tobias Tumbrink ist der Störfaktor auf dem Platz und verunsichert andere Spieler. Ich wurde vor ihm gewarnt, bevor ich nach Selm ging – von Spielern, die Selm verlassen hatten“ Tumbrinks Antwort: „Auf das Niveau lasse ich mich nicht herab.“

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