Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ernte mit High-Tech

NORDKIRCHEN Mit sechs Meter Schnittbreite fährt das Monstrum über das Feld und nimmt acht Planzenreihen gleichzeitig auf. Binnen fünf Minuten füllt der Mähdrescher einen ganzen Anhänger voll mit Mais - nur die sauberen Körner, die er vorher vom Rest der Pflanze getrennt hat.

Ernte mit High-Tech

Mit dem roten "Maisgebiss" voran fährt der Mähdrescher über den Acker.

Es ist Erntetag auf dem Hof von Landwirt Reinhard Nüse in Südkirchens Osterbauerschaft. Und das bedeutet keine bäuerliche Idylle mehr, sondern industrielle Produktion mit massivem Einsatz von Technik.

Das landwirtschaftliche Lohnunternehmen Plogmaker aus Selm ist mit dem Mäddrescher, einer Mühle mit 600 PS-Motor und einem Umladewagen vor Ort. Bauer Nüse und seine Helfer sind mit vier Schleppern samt Anhängern im Einsatz.

Auf dem Drescher sitzt Marco Blix in drei Meter Höhe. Er hat seine Augen überall. Vier Außenspiegel, ein Monitor mit zwei angeschlossenen Kameras und diverse Instrumente dienen der Überwachung von Technik und Umgebung. Per Funk ist Blix mit dem Fahrer des Umladewagens verbunden.

Das Gewicht lastet auf einer breiten Raupenlaufkette

Mit 9 Km/h fährt der Drescher über das Feld. Das Gewicht lastet nicht auf Rädern, sondern auf einer breiten Raupenlaufkette aus Gummi. „Das schont den Boden enorm“, erklärt Marco Blix. Zwischen den großen roten Spitzen, dem „Maisgebiss“, verschwinden die Pflanzen gleichmäßig in der Maschine. Die Kolben werden abgetrennt, die Blätter gelöst und die Körner abgerüttelt.          

      Gleichzeitig spuckt der Drescher die zerkeinerten Reste der Pflanze hinten wieder aus. Die Körner werden im hohen Bogen durch ein Rohr in den Umladewagen befördert. Der bringt sie zur Mühle, die sich der gelben Körner mit ohrenbetäubendem Lärm annimmt, sie in Windeseile in gelbes Mehl verwandelt, in dem sie sie durch dicke Stahlsiebe drückt.  

Schmackhafte Silage für die Schweine

Schon in der Mühle kommt ein Extrakt mit Milchsäurebakterien hinzu, den Landwirt Nüse zuvor angesetzt hat. „Damit wird die Silage haltbarer und auch schmackhafter für die Schweine“, erklärt der Bauer.An der Mühle stehen die Schlepper mit den Hängern bereit, die das Mehl zum Silo auf dem Hof bringen.

Dort wird es mit einem Trecker verdichtet und schließlich mit Planen und Sandsäcken abgedichtet. „Es darf kein Sauerstoff mehr an die Silage kommen“, sagt Reinhard Nüse. Sie würde sonst Schaden nehmen. Von morgens um 7 Uhr bis in die späten Abendstunden sind acht Männer im Einsatz.   

Die ganze Ernte an einem Tag

Weil ideales Erntewetter herrscht, die Pflanzen trocken ist und somit den Drescher nicht ständig verstopfen, schaffen sie an diesem Tag Nüses komplette Maisernte auf eigenen und zugekauften Feldern: 40 Hektar.

Weil der Mais gut steht, rechnet der Landwirt mit einem durchschnittlichen Ertrag von 13 Tonnen pro Hektar. Insgesamt sind es also über 500 Tonnen energiereiches Futter, mit dem der Bauer 1800 Schweine füttert.

Unmittelbar nach dem Maisschnitt wird der Acker wieder umgepflügt und Winterweizen gesät. Den wird Reinhard Nüse im nächsten August ernten und hofft bis dahin auf die richtige Mischung von Regen und Sonne.

Info:

Der Mais, den Landwirt Reinhard Nüse erntet, wird an Schweine verfüttert. Sie können nur die zermahlenen Körner verdauen. Im Kolben stecken 70 % der Energie der Pflanze, deren Reste wieder auf den Acker geblasen und untergepflügt werden.

Anders ist es mit der Silage für Kühe und Bullen. Hier wird die komplette Maispflanze verarbeitet. Wiederkäuer brauchen die restlichen Teile als Ballaststoffe. Ein Teil des in Südkirchen und Umgebung wachsenden Maises wird für den Betrieb von Biogasanlagen angebaut. Auch dafür wird die ganze Pflanze verarbeitet.

  

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Nordkirchen/Essen. Ein Früherer Diakon aus Nordkirchen hatte Übergriffe auf ehemaligen Schüler gestanden. Mit dem Urteil war er aber nicht einverstanden. Nun muss sich der Bundesgerichtshof erneut mit dem Fall beschäftigen. Der Nordkirchener will auf Zeit spielen. mehr...

Nordkirchen. Das Münsterland lockt vermehrt Touristen an. Noch nicht genug kommen nach Meinung der Verwaltung nach Nordkirchen. Das neue Hotel soll das ändern - und auch die Wirtschaft ankurbeln.mehr...

Ortslandwirt in Nordkirchen

Was macht eigentlich ein Ortslandwirt?

Nordkirchen Seit 24 Jahren ist Herbert Lütke Holz Ortslandwirt in Nordkirchen. Gerade wurde er für die nächste Amtszeit bestätigt. Bei seiner Arbeit geht es oft um Vermittlung zwischen den Landwirten und der Landwirtschaftskammer. Doch seine Aufgaben sind noch vielfältiger.mehr...