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Entscheidung demokratisch getroffen

Nordkirchen Dietmar Bergmann Zum Thema Familienzentrum erklärt SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender (Foto):

«In meiner beruflichen Tätigkeit bin ich für die Weiterentwicklung von 27 Kindertagesstätten zu Familienzentren verantwortlich. Aus diesen Kenntnissen heraus wollte ich der Empfehlung der Kreisverwaltung nicht zustimmen, da ich den Verbund aus Kinderheilstätte und Naturkindergarten für geeigneter halte. Dafür gibt es gute Gründe:

1. Bei der Kinderheilstätte wurden die integrativ betreuten Kinder außen vor gelassen. Die Art der Ermittlung der Sozialkriterien erscheint mir zweifelhaft und willkürlich. Warum sind behinderte Kinder in die Betrachtung nicht mit eingeflossen?

2. Zur Erlangung des Gütesiegels ,Familienzentrum' gibt es Basis- und Aufbaukriterien. Die Verwaltung hat ausschließlich die Basisstrukturen betrachtet, bei denen der Mauritiuskindergarten knapp vorne liegt. Bei den Aufbaukriterien ergibt sich dagegen ein großer Vorsprung für den Verbund. Auch für fachfremde Personen ergibt sich so doch ein eindeutiges Bild.

3. Hinzu kommt, dass St. Mauritius allein mit der vorgelegten Konzeption - im Gegensatz zum Verbund - noch nicht die Gütesiegelfähigkeit erreicht hat. Insgesamt lässt sich also feststellen, dass die Bewerbung des Verbundes besser ist. Diese Gründe haben mich dazu bewogen, in Gesprächen mit den Fraktionen für eine andere Entscheidung zu werben, bei der Kreis-CDU habe ich damit offene Türen eingerannt.

Noch einige Bemerkungen zu den Äußerungen des CDU-Ratsmitgliedes Herrn Ernst: Ich bin der Meinung, dass sämtliche Nordkirchener Kindergärten gute Arbeit leisten. Aber die Fakten sind wie oben beschrieben, das sollte auch Herrn Ernst klar sein, wenn er sich die Unterlagen mal genau ansehen würde.

Was mir missfällt, ist das Politikverständnis des Herrn Ernst. Politik ist nicht der verlängerte Arm der Verwaltung. Der Jugendhilfeausschuss hat von seinem Recht Gebrauch gemacht, als Fachgremium die Entscheidung zu treffen - und das einstimmig. Die Abgeordneten aller Fraktionen des Kreistages und die Vertreter aus der Jugendhilfe als Fachleute haben ausnahmslos für den Verbund votiert.

Eine neuerliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 28. Juni, wie sie nun beim Landrat beantragt ist, halte ich für Hohn und Spott. Die Entscheidung im Jugendhilfeausschuss wurde demokratisch getroffen.»

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