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Skispringen: Vierschanzentournee

„Duell auf Augenhöhe“: Freitag fordert Stoch heraus

Garmisch-Partenkirchen Richard Freitag lässt die deutschen Skisprung-Fans vom ersten Tournee-Sieg seit Sven Hannawald 2002 träumen. Im Weg steht im Prinzip nur noch Doppelsieger Kamil Stoch, der Freitag in den ersten beiden Springen jeweils auf den zweiten Platz verwies. Doch der Pole ist „ein gnadenloser Killer“.

„Duell auf Augenhöhe“: Freitag fordert Stoch heraus

Jäger und Gejagter: Richard Freitag (r.) will seinen Rivalen Kamil Stoch bei der Vierschanzentournee noch ausstechen. Foto: dpa

An seinem freien Tag durfte Skisprung-Hoffnung Richard Freitag lange schlafen und Kraft tanken für das Duell mit Doppelsieger Kamil Stoch. Mit einer kleinen Trainingseinheit und einem gemütlichen Vormittag nach vier Wettkampftagen rüstete sich der deutsche Gesamtweltcup-Führende für das Aufeinandertreffen mit dem polnischen Olympiasieger, der ihn tags zuvor in Garmisch-Partenkirchen beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee schon wieder bezwungen hatte. „Es wird eng bleiben, hoffe ich, und es wird spannend“, kündigte Favorit Freitag trotz 11,8 Punkten Rückstand auf Stoch an.

Vom Gejagten zum Jäger

Der 26-jährige Sachse ist vor den Wettbewerben in Innsbruck und Bischofshofen vom Gejagten zum Jäger geworden. Nach seinem Wechsel nach Oberstdorf in diesem Sommer glänzt Freitag mit einer Konstanz, die im Skisprung-Weltcup derzeit ihresgleichen sucht: In sieben Springen in Serie wurde der Gelb-Träger aus Erlabrunn zuletzt entweder Erster oder Zweiter, einen schwächeren Sprung hat man von ihm in diesem Winter quasi noch gar nicht gesehen.

Garmisch-Partenkirchen Trotz eines überragenden zweiten Sprungs reicht es für Richard Freitag auch in Garmisch nur zu Rang zwei. Besser ist erneut nur der Pole Stoch, der nach Oberstdorf erneut gewinnt. Die Tournee spitzt sich immer mehr auf einen Zweikampf der beiden zu. Der Bundestrainer sieht ein offenes Rennen.mehr...

„Das ist eine tolle Geschichte für Richard und ein toller Erfolg für unser Team“, sagte Bundestrainer Werner Schuster nach dem Neujahrsspringen, bei dem sich Freitag wie schon in Oberstdorf nur Tournee-Titelverteidiger Stoch geschlagen geben musste. Gemeinsam posierten die beiden Ausnahmeathleten für Siegerselfies auf dem Podest und freuten sich über ihre bisherige Dominanz bei dem Traditionsevent.

„Kein Pappenstiel“

Etwas mehr als sechs Meter trennen Stoch und Freitag vor dem zweiten Tournee-Teil in Österreich. „Im Moment ist alles offen. Zehn bis zwölf Punkte sind kein Pappenstiel, aber ich glaube, das ist noch nicht entschieden. Richard hat deswegen nach wie vor einige Trümpfe in seiner Hand“, sagte Schuster.

Skispringen: Vierschanzentournee

Traumstart verpasst: Freitag zum Auftakt Zweiter

Oberstdorf Den Sieg verpasst, aber eine gute Ausgangsposition mitgenommen: Richard Freitag hat das erste Tournee-Springen als Zweiter beendet. Stärker als der Weltcup-Gesamtführende ist nur Olympiasieger Stoch. Auch Markus Eisenbichler und Andreas Wellinger bleiben aussichtsreich in Position. mehr...

Für den Bundestrainer springt Stoch derzeit gar nicht besser als Freitag, er habe nur die entsprechenden Verhältnisse „wie ein gnadenloser Killer“ ausgenutzt. Sowohl in Oberstdorf (137 Meter) als auch in Garmisch (139,5 Meter) stand der 30-jährige Pole im zweiten Durchgang den weitesten Sprung des Tages mit einer sauberen Landung und verdiente sich damit den Sieg. „Sie springen ziemlich auf Augenhöhe“, betonte Schuster.

Es drohen schwierige Windverhältnisse

Freitag und Stoch wirken ausgeglichen, konstant und haben ihren Spaß am Springen. Beide können schwierigen Windverhältnissen, wie sie am Donnerstag (14.00 Uhr/ZDF/Eurosport) beim Bergiselspringen in Innsbruck drohen, mit einem stabilen Flugsystem trotzen. „Ich habe sicherlich schöne Erinnerungen an Innsbruck. Das macht es aber nicht leichter, deshalb werde ich keine riesige Kampfansage aussprechen“, sagte der Deutsche, der 2015 am Bergisel gewann.

Oberstdorf 16 Jahre Tournee-Flaute sollen in diesem Jahr Geschichte sein. Der Weltcup-Führende Richard Freitag und seine Kollegen wollen den ersten Gesamtsieg seit Sven Hannawald. Die Vorzeichen sind für die DSV-Adler vor der am Samstag beginnenden Vierschanzentournee so gut wie lange nicht mehr. mehr...

Stoch, der im Gegensatz zu Freitag quasi alle wichtigen Titel schon einmal erobert hat, freut sich über seine aufsteigende Formkurve pünktlich zur Tournee. „Ich bin happy und ich bin sehr zufrieden mit meinen Sprüngen“, sagte der Pole. Der Tournee-Dritte Dawid Kubacki, ebenfalls aus Polen, liegt schon über 20 Punkte hinter Freitag zurück, weshalb andere Top-Athleten außer Freitag und Stoch nicht mehr für den Tournee-Gesamtsieg in Frage kommen dürften. „Es ist ein Sportler vor Richard, der mit allen Wassern gewaschen ist. Diese Punkte werden wahnsinnig schwer wettzumachen“, befand Schuster, der in knapp zehn Jahren als Trainer der DSV-Adler noch keinen Tourneesieger abwinken durfte.

Absprungstarke Rivalen

Die beiden Rivalen sind absprungstark und setzen auch bei großen Weiten noch sicher ihren Telemark. Freitag konnte bereits drei Weltcupspringen in diesem Winter gewinnen, Stoch dagegen feierte jahresübergreifend zuletzt drei Einzelsiege bei der Tournee. „Er ist ja auch nicht perfekt. Wenn er so springt wie heute, dann ist es natürlich schwer, aber niemand ist unschlagbar“, sagte Freitag über Stoch. Dass nach zwei Stoch-Erfolgen nun auch Sven Hannawald um seinen historischen Vierfachsieg bangen muss, lässt Freitag kalt. „Wir haben morgen Ruhepause, lasst doch den Sven da mal zittern“, sagte er nach dem Neujahrsspringen mit einem Augenzwinkern.

Von dpa

Französisches Team steigt aus
Die französischen Skispringer werden die zweite Hälfte der Vierschanzentournee in Innsbruck und Bischofshofen nicht mehr bestreiten. Dies erklärte der Verband am Dienstag nach dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen tags zuvor. Sowohl Jonathan Learoyd als auch Vincent Descombes Sevoie spielten bei den ersten beiden Springen auf deutschem Boden keine Rolle. „Vincent ist außer Form, wir werden in den kommenden Tagen mit ihm trainieren, Jonathan ist nach den anstrengenden Wettkämpfen der vergangenen Wochen müde“, sagte Co-Trainer Robert Treitinger.

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