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Das hat sich rund um den Hörder Bahnhof seit Februar getan

Neues Sicherheitskonzept für Hörde nach Messerattacke

Wieder ist ein Monat mehr vergangen, seit den tödlichen Messerstichen auf dem Parkdeck am Bahnhof Hörde. Der Fall rückt weiter in die Vergangenheit – und bleibt doch präsent in Hörde. Einige Probleme sind gelöst, andere noch nicht.

Hörde

, 07.06.2018
Das hat sich rund um den Hörder Bahnhof seit Februar getan

Nur noch wenige Kerzen sind an der Gedenkstelle für die getötete 15-Jährige am Platz an der Schlanken Mathilde geblieben. © Felix Guth

Auf mehreren Ebenen wird deutlich, wie sich die Welt weiterdreht, nach der schrecklichen Nacht vom 24. auf den 25. Februar, in der ein Streit zwischen einer 16-Jährigen und einer 15-Jährigen eskalierte.

Der Tatort und die Gedenkstelle

Die Orte des Geschehens verändern sich. Das Blumenmeer an der Schlanken Mathilde, seit der Trauerfeier Anfang März Gedenkort für das getötete Mädchen, ist nahezu verschwunden. Nur noch einzelne Kerzen sind geblieben. Der Tatort selbst auf dem Parkdeck ist schon im März grellorangefarben überstrichen worden. Nur noch vereinzelte frische Gedenksprüche von Freundinnen sind dazu gekommen. Wer weiß, was hier passiert ist, glaubt, ein wenig Grusel an diesem Ort zu verspüren. Wer hier unwissend einfach nur zum Einkaufen herkommt, für den ist es ein ganz normales Parkhaus.

An der Hörder Brücke sorgt in dieser Woche derweil ein WDR-Kamerateam für Aufsehen. Eine Moderatorin spricht über Messer als Tatwaffe und spricht darüber eben in Hörde. Auch diese Verknüpfung ist etwas, das Hörde erhalten bleiben wird.

Das sagt der Eigentümer der Bahnhofsimmobilie

Die abendlichen Treffen von jungen Menschen auf dem Parkdeck, die letztlich in der Katastrophe mündeten, gibt es im Moment nicht mehr. Martin Steinfort vom Gebäudeeigentümer Pink Invest sagt: „Die Personenansammlungen, wie wir sie in den vergangenen zwölf Monaten erlebt haben, sind nicht mehr da.“ Das führe zu einer „deutlichen Umfeldveränderung“.

Man müsse diesen Ort gleichwohl weiter im Auge behalten. Der Bahnhof Hörde bleibt nach wie vor ein Sammelpunkt für Tausende Menschen aus ganz Dortmund – schon allein wegen des Schulverkehrs. Rund um den Bahnhof sind viele Jugendliche aus anderen Stadtbezirken anzutreffen. Dies wird nach Einschätzung der Verwaltung auch in Zukunft so bleiben.

Auf dem Parkdeck soll in Zukunft ein unangenehmer Störton unerwünschte Eindringlinge vertreiben. Der Eigentümer erprobt dieses Modell gerade und favorisiert es statt eines Sicherheitsdienstes und eines Rolltores, wie von anderer Seite zuletzt vorgeschlagen. Das Treppenhaus vom Schnellimbiss „Burger King“ zum Parkdeck ist seit März geschlossen. Hier war die 15-Jährige nach den Stichen blutend zusammengesackt.

Das zurzeit geschlossene Wettbüro könnte laut Martin Steinfort in naher Zukunft wieder eröffnen. Dann wäre auch das Treppenhaus wieder zugänglich.

Das macht die Stadt Dortmund

Auf Verwaltungsebene ist seit dem Vorfall an vielen Schrauben gedreht worden. Es gab verschiedene kurzfristige Lösungen. An anderen Stellen lassen Ergebnisse noch auf sich warten.

In der Mai-Sitzung der Bezirksvertretung Hörde haben Oberbürgermeister Ullrich Sierau und weitere Verwaltungsvertreter Fragen zum Stand der Dinge beantwortet.

Das sind die wesentlichen Aussagen:

  • Nach dem Vorfall gab es die Ankündigung, die Jugendarbeit in Hörde neu aufzustellen. Ein Kern der Planung ist das Projekt „Rampe II“. Dieses Modell der aufsuchenden Jugendarbeit knüpft an ein bis 2013 bestandenes Projekt in Hörde an. Der angekündigte Starttermin zum 1. Juni konnte nicht eingehalten werden. Zurzeit läuft noch die Suche nach weiteren Kooperationspartnern. Mitarbeiter der Jugendfreizeitstätten Aplerbeck, Hombruch und Hörde sollen die Zwischenphase überbrücken.
  • Der Jugendtreff „You Point“ an der B236-Brücke am östlichen Ende des Phoenix-Sees soll im dritten Quartal 2018 fertig werden. Die Eröffnung muss noch in diesem Jahr erfolgen, sonst verfallen die 320.000 Euro Fördergeld, die vom Land NRW kommen.
  • Das Jugendamt war Ende Februar/Anfang März rund zehn Stunden pro Tag vor Ort. Mittlerweile liegt der Schwerpunkt der aufsuchenden Jugendarbeit an den Wochenenden sowie vor und an Feiertagen.
  • Es gibt eine intensive Kooperation mit den Sicherheitspartnern DSW21, Deutsche Bahn und Polizei.
  • Das Ordnungsamt ist täglich im Bahnhofsumfeld, auf Phoenix-West, am Friedrich-Ebert-Platz und am Phoenix-See unterwegs. Dies gilt zunächst bis zu den Sommerferien.
  • Die EDG hat weitere Müllbehälter an der Hörder Bahnhofstraße aufgestellt. Regelmäßige Nutzer des Bahnhofs berichten aber nach wie vor von viel Müll, Schmierereien und Schmutz im Durchgang zu den Bahnsteigen und dokumentieren das auch in Bildern. „Die Mühlen mahlen sehr, sehr langsam“, sagt ein Mann, der schon vor dem Vorfall auf dem Parkdeck den Zustand des Bahnhofs kritisiert hatte.

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