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Protest gegen Asphalt im „Löttringhauser Wald“

Diskussionen um Rad- und Wanderweg Rheinischer Esel

Der Fuß- und Radweg Rheinischer Esel zwischen der Hellerstraße in Dortmund-Löttringhausen und der Wittener Stadtgrenze soll asphaltiert werden – so hat es die Bezirksvertretung Hombruch beschlossen. Doch es gibt aktiven Protest dagegen.

Dortmund

, 24.04.2018
Protest gegen Asphalt im „Löttringhauser Wald“

Der Rad- und Wanderweg Rheinischer Esel soll auf einer Streckevon 2,5 Kilometern asphaltiert werden. © Rüdiger Barz

Der Rad- und Wanderweg soll auf einem Stück von 2500 Metern zwischen der Hellerstraße durch das geschützte Gebiet „Löttringhauser Wald“ bis zur Wittener Stadtgrenze eine Asphaltschicht bekommen.

Am Dienstag (24. 4.) wird die Bezirksvertretung Hombruch eine Liste mit mehr als 1200 Unterschriften gegen die Asphaltierung erhalten. Initiatoren dieses Protests ist die Initiative „Rettet den Schnee und den Löttringhauser Wald“. Es gibt eine Online-Petition gegen die Asphaltierung.

Widerstand gegen Asphaltierung hat Unterstützer

Unterstützt wird die Initiative durch das Ratsmitglied Detlef Münch (Freie Bürger Initiative, FBI), der in einem Antrag an die Bezirksvertretung die Rücknahme des Beschlusses fordert. Zuletzt hat sich auch der Naturschutzbeirat gegen die Pläne ausgesprochen. Dass das Thema Emotionen weckt, zeigen auch mehrere Leserbriefe an diese Redaktion, sowohl von Asphalt-Kritikern als auch von Befürwortern.

„Dieser Wald ist ein Landschaftsschutzgebiet, welches nun im Landschaftsplan 2018 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist“, sagt „Rettet den Schnee“-Mitbegründerin Lena Hültenschmidt. Wie schon bei anderen Themen in diesem Gebiet sorgt sie sich um die zahlreichen seltenen Tierarten, die dort in den vergangenen zwei Jahren dokumentiert worden sind.

Naturschützer haben viele Bedenken

Es sei „widersinnig“ im Wald zu asphaltieren. Zumal es keine Informationen darüber gebe, wie die Großbaustelle letztlich strukturiert sein wird. „Absolut keinen Handlungsbedarf“, sieht auch Ariane Massier.

Sie halte den gegenwärtigen Dolomitsandstein-Belag für ausreichend. „Der Weg ist ja auch deshalb so beliebt, weil er so naturnah ist“, sagt sie. Was dem Rheinischen Esel aus ihrer Sicht wirklich helfen würde: mehr Parkbänke, Mülleimer und ein fest installiertes Fernglas, um die vielen Greifvögel in der Gegend zu beobachten.

Die Mitglieder der Naturschutzinitiative beklagen „Egoismus“ hinter dem Beschluss, der zulasten der Natur gehe. „Dann kann man ja die Bittermark gleich mit betonieren“, sagt Ariane Massier mit ironischem Unterton.

Weitere Befürchtungen der Initiative und ihrer Unterstützer: rücksichtsloser Verkehr auf der neuen Radstrecke durch Rennradler und E-Bikes sowie die zunehmende Versiegelung von Naturflächen. „Es ist unglaublich, dass das wenige, das es noch gibt, jetzt auch zugeschüttet werden soll“, sagt Hültenschmidt.

Befürworter: Asphaltierung ist nachhaltiger

Die Fürsprecher der rund 345.000 Euro teuren Asphaltierung führen geringere Unterhaltungskosten und größere Nachhaltigkeit als Argumente ins Feld. Zudem sei das Benutzen des Weges sicherer und angenehmer, insbesondere für ältere Menschen.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Schnee“ hat sich aus dem Streit über Windkraftanlagen am Dortmunder Stadtrand heraus gebildet und nimmt seitdem regelmäßig Diskussionen über Natur- und Artenschutz in Dortmund auf.

Der Bau von Windkrafträdern wurde vorerst gestoppt. Zuletzt gab es aber Entwicklungen, die für Unsicherheit sorgen. Etwa die Aussicht auf eine Klage von Flächeneigentümern gegen die Rücknahme der Entscheidung, das Gebiet „Großholthauser Mark“ als Windkraftfläche auszuweisen.

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