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Warteschleife im Pavillon

Kirchderne Drei Jahre Betreuung im alten Pavillon. Die Kirchderner Grundschüler sind genervt. Sie haben einfach keine Lust mehr auf die Enge in den provisorischen Containern. Auf die langen Wege zur Toilette. Auf den Ausnahmezustand.

12.06.2007

Doch der wird nun viel länger andauern als ursprünglich geplant. Im April hätte der Neubau bezugsfertig sein sollen. Das war er nicht. Auch der nächste Termin Ende Mai platzte. Die Städtische Immobilienwirtschaft peilte die Sommerferien an. Und vor wenigen Tagen erfuhr Ulf Merkert, dass sich der Abschluss der Bauarbeiten auch über dieses Datum hinaus verzögert. Desillusioniert steht der Schulleiter in dem riesigen Rohbau zwischen kleinen Pfützen und herabhängenden Kabeln. Er ist sauer. Nackte Wände. Schmutzige Böden. Wo längst Kinder in der Nachmittagsbetreuung spielen sollten, schwitzen noch die Bauarbeiter. Der 1. Fördervereinsvorsitzende Christoph Weber ergriff gestern schließlich die Initiative und suchte Unterstützung bei Ratsvertreter Bruno Schreurs. «So geht's nicht weiter. Das macht keinen Spaß mehr.» Er forderte klare Informationen - und erhielt die volle Zustimmung des Politikers. «Wir müssen die Zähne zusammenbeißen. Schon seit drei Jahren.» Auch Merkert seufzt, zieht die Augenbrauen hoch, schaut sich um. «Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass all das hier in den wenigen Wochen bis zum neuen Schuljahr fertig wird.» Wird es auch nicht. September 2007 gibt die Städtische Immobilienwirtschaft auf Anfrage der Ruhr Nachrichten als neuen Termin bekannt. Heute Nachmittag will sie die Schule ausführlich über das weitere Vorgehen und die Gründe der ständigen Verzögerungen informieren. Tanja Salzmann von der Immobilienwirtschaft schildert: «Bei den Abbrucharbeiten hat sich herausgestellt, dass wir weder die vorhandenen Mauerwände im Keller noch die Fundamente erhalten konnten.» Die Arbeiter hätten wegen der statischen Sicherheit viel mehr Keller abbrechen müssen als ursprünglich geplant. «Und das haben wir erst bei den Arbeiten feststellen können», betont Salzmann. Den Ärger der Eltern und Lehrer verstehe sie natürlich. Wenigstens sei der September-Termin realistisch. «Da haben wir alle Randbedingungen einkalkuliert.» Christoph Weber holt derweil tief Luft. «Mein Sohn kommt dieses Jahr in die vierte Klasse. Er ist noch nie woanders betreut worden als im Pavillon. Ob sich für ihn noch etwas ändert?» Hilke Schwidder

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