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Vom akrobatischen Fallen

10.06.2007

Mit einem Mini-Festival im Festival ist die Sommertanzwoche am Freitagabend in der Reinoldikirche eröffnet worden. Und die elf Solochoreografien von Studierenden der Abschlussklasse des Studiengangs Tanz der Kölner Musikhochschule haben eindrucksvoll die vielen Facetten von tänzerischen Ausdrucksformen gezeigt. - Auf künstlerisch sehr unterschiedlichem Niveau und spannend zu vergleichen. Schöne Bilder hat Marie Laure Fiaux in ihrem Solo «Zwischenraum» (Choreografie: Sabine Seume) geschaffen. Mit Zucker streute sie einen Raum auf der Tanzfläche ab, der wie zu einer Oase zwischen Krieg und Frieden, Ruhe und Unruhe wurde. Die schönste Geschichte hat Ursula Nill zu «The unanswered question» von Charles Ives in der Choreografie von Marco Santi erzählt. Mit viel Körperspannung ertanzte sich die Studentin fremde Räume. Ungewöhnliche Tanzformen haben die Studierenden entwickelt: Der «Fehltritt» von Barbara Fuchs wurde im Solo von Anne Schauer auch zu einem Tanz im Liegen von einer Tänzerin, die die Beine nicht mehr tragen und die auf akrobatische Weise immer wieder fallen muss. Mit ebenso viel Körperbeherrschung lernte Marcus Bomski im «Quit dreaming and get on the beam» von Choreograf Rafaele Giovanola wie ein Roboter das Laufen. Am stärksten am klassischen Tanz orientiert war das Solo «Ai» von Ai Inomoto (Choreografie: Mark Sieczkarak). Mehr Geräusche und elektronische Klänge als Neue oder klassische Musik haben die Studierenden als Grundlage ihrer Soli gewählt. Verstörend waren die Klänge im «Chasm in Chaos» von Eva Padjen (Choreografie: Kojiro Imada). Verfremdet hat Choreograf Douglas Bateman die Musik für das Solo von Romy Schwarzer: Viele «Störgeräusche» hatte das mit mechanischen Bewegungen illustrierte Lacrimosa aus dem «Stabat Mater» von Vivaldi. Das ungewöhnlichste Solo tanzte Adriano Sanzo in der Körperperformance «Staying alive» von Torsten Konrad. Schreiend sprang der Tänzer aus den Zuschauerreihen, in denen er vorher eine halbe Stunde gesessen hatte, auf. Mit (nicht immer bühnenreifem) Gesang unterbrach er seinen Tanz, der zur Raserei wurde. JG

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