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Unternehmer Baumhögger drohen fast vier Jahre Haft

Plädoyer der Staatsanwaltschaft

Im Steuerhinterziehungs- und Untreueprozess gegen den bekannten Dortmunder Hotel-Investor Reinhard Baumhögger sind am Mittwoch vor dem Landgericht die Plädoyers gehalten worden. Dem Unternehmer, der jahrelang mit Millionen jonglierte, drohen drei Jahre und zehn Monate Haft.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 26.10.2011
Unternehmer Baumhögger drohen fast vier Jahre Haft

Dr. Reinhard Baumhögger (M.) beim Dortmunder Landgericht mit seinen Anwälten Prof. Egon Müller (l.) und Rudolf Stahl (r.).

Diese Strafe hat die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer gefordert. Die Anklagevertreterin warf Baumhögger „Rücksichtslosigkeit und Eigennutz, übermäßiges Gewinnstreben, Ignoranz und Arroganz“ vor. „Dem Angeklagten war jedes Mittel recht. Er war allein auf seinen persönlichen Vorteil bedacht“, hieß es in dem Schlussvortrag.

Der Angeklagte hatte in der vergangenen Woche nach siebenmonatiger Prozessdauer unter anderem zugegeben, mehr als sieben Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Darüber hinaus räumte er ein, mehrere seiner unzähligen Gesellschaften bewusst ins Ausland verlegt zu haben, um das Vermögen dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen.Die Verteidiger Prof. Egon Müller und Rudolf Stahl wiesen den Antrag der Staatsanwaltschaft dagegen als völlig überzogen zurück. Sie halten eine Bewährungsstrafe für angemessen – vor allem vor dem Hintergrund, dass Reinhard Baumhögger schwer krank ist.

Die Richter wollen das Urteil am Freitag (28. Oktober) verkünden. Ein Ende seiner „Karriere“ als Angeklagter ist damit für Baumhögger aber noch lange nicht erreicht. Über weitere Vorwürfe soll ab November vor der gleichen Strafkammer weiter verhandelt werden. Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft auch schon ein neues Ermittlungsverfahren eingeleitet. Darin geht es um den Vorwurf, dass sich der Unternehmer möglicherweise seinen Doktortitel erschlichen hat.

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