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Traumatisiertes Kind setzt sich für die Aussöhnung ein

06.10.2008

Traumatisiertes Kind setzt sich für die Aussöhnung ein

Eving Tadeusz Sokolowski Schwere Zeiten hat (Foto) mitgemacht: Als Neunjähriger wurde er kurz vor Weihnachten 1943 zu Hause in Polen bei einer Straßenrazzia verhaftet und gemeinsam mit seiner Mutter nach Deutschland verschleppt.

In Duisburg mussten sie bis zum Kriegsende Zwangsarbeit leisten. Dabei erlebte der Junge die Schrecken der Nazi-Diktatur und des Krieges. Die Lagerinsassen litten unter Kälte und Hunger.

Ein traumatisches Erlebnis hatte er bei einem Luftangriff. Die erwachsenen Arbeiter hatten einen Graben in Zickzackform ausgehoben, der als provisorischer Schutz diente. Sobald sich das Geräusch der Flugzeuge näherte, liefen Groß und Klein dorthin.

In Panik weggelaufen

Falschtein, ein Knabe jüdischer Abstammung, mit dem sich Tadeusz angefreundet hatte, war über den Angriff so erschrocken, dass er sich von Tadeusz' Hand losriss und in die entgegengesetzte Richtung lief. Als die Flugzeuge weg waren, fanden die Zwangsarbeiter nur noch Falschteins beschuhtes Bein.

Bei einem anderen Bombenangriff wurde Tadeusz mit anderen Kindern und dem Wachmann unter einer Brücke verschüttet. Aufgrund geborstener Wasserleitungen drohten sie zu ertrinken. Als ihnen das Wasser schon zur Brust reichte, wurden sie gerettet.

Wasserschaden

Nach dem Krieg wohnte er mit seiner Mutter in verschiedenen Lagern, 1951 kamen sie nach Eving. Geprägt durch die Kriegserlebnisse setzt sich Tadeusz Sokolowski (74) seit langem für die Aussöhnung der Völker ein. Mit seiner Dortmunder Gesellschaft für Kulturelle und Humanitäre Hilfe für Mittel- und Osteuropa kümmert er sich auch um Deutsche, die in Polen und in der Ukraine leben.

Von dort, aus Lemberg, erreichte ihn jetzt ein Hilferuf. Die dortige Gebietsgesellschaft "Deutsches Heim" sucht dringend Unterstützung für die Renovierung ihrer Räume. Diese, so schreibt ihm die Honorarkonsulin der Bundesrepublik, seien mehrfach überschwemmt worden. Der Grund war ein defekter Toilettenbehälter in einer höheren Etage. Neben Decken, Wänden und Fußböden ist auch die gesamte Bürotechnik vom Telefon bis zum Drucker kaputt gegangen. u.b.

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