Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Tour de Dortmund

Mit dem Fahrrad-Beauftragten unterwegs in der Innenstadt

08.06.2007

Was man bei einer Tour auf zwei Rädern durch die Innenstadt sprichwörtlich erfahren kann. Christiane Stobbe moniert beispielsweise den unebenen Radweg am Königswall. Das Tiefbauamt, zu dem auch Rüdiger Hartmann gehört, kennt das Problem bereits. «Die Wurzeln der Bäume drücken das Pflaster hoch. Das habe ich an die Kollegen weitergeleitet. Aber manche Probleme sind schwer in den Griff zu bekommen», stellt der Fahrradbeauftragte an der Gefahrenstelle fest. Ohnehin ist der Radweg, der eingezwängt zwischen Mäuerchen und Büschen an Busbahnhof und Bibliothek entlang führt, sehr eng und wird obendrein oft von Fußgängern genutzt, weil der Gehweg entlang der Straße fehlt. «Ein Planungsfehler», räumt Hartmann ein. Weiter geht's am Wall entlang, Richtung Südwesten. An der Lange Straße gibt es keine Linksabbiegespur auf den Wall, moniert Annette Buschmann. Rüdiger Hartmann nickt. Wegen des dichten Autoverkehrs haben die Verkehrsplaner darauf verzichtet, erklärt er. Für Radfahrer bleibt, sich ins Getümmel zu stürzen oder einen Umweg über die Ampel an der Josefstraße zu fahren, um auf die Innenseite des Walls zu kommen. Aber vielleicht liefert der anstehende Umbau der Kreuzung Westentor eine neue Lösung. Schwer lösbar ist auch das Problem mit den ausgedienten Schienen in der Beurhausstraße, die gleich mehrere Leser als gefährliche Fallen ausgemacht haben. Vor Monaten wurden sie nach langem Bitten zwar ausgegossen. Doch längst nicht ausreichend. Noch immer besteht die Gefahr, mit dünnen Reifen in den Schienen stecken zu bleiben, die dicht am Straßenrand liegen. «Die Kollegen sagen, sie könnten die Schienen nicht komplett oder sogar überlappend ausgießen, weil die Masse dann von den Autoreifen wieder herausgedrückt wird», erklärt Hartmann. Doch beim Blick auf manche Rillen muss auch er zugeben. «Ideal ist das nicht.» Kleiner Trost: Am Westende der Beurhausstraße und in der Kleinen Beurhausstraße verschwinden die Schienen bald, weil neue Kanäle verlegt bzw. der Straßenzug neu gestaltet wird. Für den großen Rest fehlt leider das Geld. Dafür ist bei einem anderen Dauerbrenner zumindest etwas Abhilfe in Sicht: der Grafenhof-Kreuzung. Hier staut es sich, weil die Rechtsabbieger-Spur viel zu kurz ist. Wobei Autos immer wieder den deutlich markierten Radweg zustellen. «Etwa die Hälfte der Autofahrer lässt die Durchfahrt frei, die andere Hälfte ignoriert die rote Markierung», hat Hartmann festgestellt. «Ich habe jetzt ein Schild anfertigen lassen, das die Autofahrer auf den Radweg hinweist», erklärt er. In den nächsten Tagen soll es montiert werden. Ob es jeder beachtet, ist fraglich. Einen Engpass anderer Art ganz in der Nähe kritisiert Wim Wollner: In Höhe Kuhstraße ist die Fahrspur neben der Ausfahrt aus der Rathaus-Tiefgarage in der Hansastraße sehr eng. Ganz bewusst, weiß Hartmann. Bei einer kompletten Radspur wäre kaum noch Platz für eine grüne Mittelinsel. Also hat man die Spur absichtlich eng gestaltet, damit Autofahrer gar nicht erst versuchen, Radfahrer auf dem kurzen Stück zu überholen. «Der Radler muss nur so mutig sein und nicht zu dicht am Rand fahren», erklärt Hartmann. Aha. Weiter am Süd- und Ostwall entlang ins Kronprinzen-Viertel, wo der lang gehegte Radler-Wunsch erfüllt wurde, die Einbahnstraßen auch in Gegenrichtung zu öffnen. Allerdings sind die neu eingerichteten Radwege nicht durchgehend von der Fahrbahn getrennt, stellt Oliver Ackermann fest. Ein Missverständnis, wie Hartmann informiert. Denn was mit weißer Farbe aufgepinselt wurde sei kein Radweg, sondern nur eine «Hilfsmarkierung», um Autofahrer auf den entgegenkommenden Radverkehr aufmerksam zu machen. Was auch bedeutet, dass die Fläche durchaus von Autos befahren werden darf. Die meisten nutzen sie aber leider zum Parken, wie die Tour durch die Prinz-Friedrich-Karl-Straße zeigt. Ein Problem, das viele Radfahrer schildern: Immer wieder werden Radspuren von Autos zugeparkt. «Leider, leider», konstatiert Hartmann, der da als Fahrradbeauftragter machtlos ist. Immerhin hat er erste Lernerfolge bei Autofahrern ausgemacht. Auf der neu gestalteten Hohen Straße halten Liefer-Fahrzeuge inzwischen immer öfter auf der rechten Fahrspur, statt den Radweg zu blockieren. «In Münster kämen Autofahrer erst gar nicht auf die Idee, sich auf einen Radweg zu stellen, weil da immer Radfahrer unterwegs sind», weiß Hartmann. «Ein Teil unseres Problems ist halt, dass es in Dortmund immer noch zu wenig Radfahrer gibt.» Doch der Fahrrad-Beauftragte will helfen, zumindest dieses Problem zu beseitigen. Oliver Volmerich

Lesen Sie jetzt