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Raubüberfälle: Täterin wollte einen Knall-Effekt

DORTMUND Im Prozess um drei bewaffnete Raubüberfälle in Brechten hat Psychiater Bernd Roggenwallner die Hauptangeklagte am Donnerstag als vermindert schuldfähig eingestuft. Die 28-Jährige habe „eruptiv“ gehandelt und sich nicht mehr richtig steuern können, erklärte der Gutachter vor dem Landgericht.

von Von Jörn Hartwich

, 02.10.2008

Im Leben der Angeklagten sei es praktisch nur begab gegangen. Ihre Jobs in verschiedenen Parfümerien habe sie immer wieder verloren, sei unsicher und ängstlich geworden. Die Probleme wurden so schlimm, dass die heute 28-Jährige immer häufiger versuchte, ihre Ängste mit Alkohol zu betäuben. Geholfen habe ihr das aber natürlich nicht. Im Gegenteil. Schon vor sechs Jahren war die Dortmunderin das erste Mal in der Psychiatrie, später folgte sogar ein Selbstmord-Versuch. Es gab Alkohol-Entgiftungen und Therapie-Versuche. Der letzte wurde Anfang 2007 abgebrochen. Die Angeklagte war immer wieder rückfällig geworden.

Mit den Raubüberfällen auf eine Sparkassen-Filiale und eine Tankstelle habe die 28-Jährige im vergangenen März versucht, ihrem traurigen Leben eine entscheidende Wende zu geben. „Sie wollte einen Knall-Effekt“, sagte Roggenwallner den Richtern. Sein Fazit: Ohne Hilfe von außen kommt die Dortmunderin nicht mehr auf die Beine. Einen Teil der Haftstrafe sollte sie deshalb in einer geschlossenen Entziehungsanstalt verbringen.

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