Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Polizisten unter Verdacht

14.06.2007

Polizisten auf den Fluren des Landgerichts sind nichts Ungewöhnliches. Zwei Polizeioberkommissare auf der Anklagebank schon.

Die beiden 52- und 51-jährigen Männer saßen allerdings bereits am 15. September 2006 vor dem Amtsrichter. Damals wurde der Ältere wegen Körperverletzung im Amt zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung verurteilt, sein Kollege wegen versuchter Strafvereitelung zu einer Geldstrafe von 2700 Euro. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Beamten hatten das Urteil angefochten. Gestern begann der Berufungsprozess.

Faustschläge

Der 52-Jährige soll am 5. Dezember 2004 am Rande des verlorenen Revier-Derbys gegen Schalke (0:1) einen betrunkenen, aber friedlichen Gäste-Fan (3,4 Promille) in der Ausnüchterungszelle des Polizeipräsidiums misshandelt haben. Die Rede ist von zwei Faustschlägen und einer blutenden Nase.

Gestanden hatte der Kommissar aber lediglich einen so genannten «Schockschlag» mit der flachen Hand. Sein Kollege soll den inzwischen suspendierten 52-Jährigen später durch Unterzeichnung eines falschen Protokolls geschützt haben. Darin hieß es, der Fußballanhänger habe Widerstand geleistet. Zwei Kollegen der Wache Hombruch, die Zeugen der Misshandlungen gewesen waren, waren hin- und hergerissen, ob sie Anzeige erstatten sollten. Am Ende taten sie es. Eine Verurteilung könnte für die beiden Polizisten weitreichende berufliche Folgen haben.

Weil Verteidiger Fritz Sommer über starke Zahnschmerzen klagte, wurde die Verhandlung gestern nach Verlesung des alten Urteils unterbrochen. wit

Lesen Sie jetzt