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Polizei Dortmund fordert mehr Respekt von Verkehrsteilnehmern

Verkehrsbericht der Polizei für 2017

Weniger Unfälle im Stadtgebiet als im Vorjahr, dafür machen die Autobahnen Sorgen. Die Polizei findet im aktuellen Verkehrsbericht Licht und Schatten. Eine wichtige Schattenseite: Die Zahl der verletzten Jugendlichen ist stark gestiegen.

Dortmund

, 23.02.2018
Polizei Dortmund fordert mehr Respekt von Verkehrsteilnehmern

Polizeieinsatz nach einem schweren Unfall auf der A 2 anfang des Jahres. © ANC-NEWS

Das Wort „Respekt“ war es, dass in dieser Pressekonferenz wohl am häufigsten fiel. „Mangelnden Respekt“ gegenüber den geltenden Regeln hatte Polizeipräsident Gregor Lange ausgemacht. Es brauche eine breite gesellschaftliche Debatte zu dem Thema „Respekt“ und wenn man dem so zuhörte, hatte man unwillkürlich den Eindruck, man wäre bei einem anderen Thema angelangt als der Verkehrssicherheit auf den Dortmunder Straßen.

Weniger Unfälle als im Vorjahr

Die sind, wenn man den Zahlen folgt, 2017 sicherer geworden. Um sich an den Zahlen festzuhalten: 2.197 Menschen wurden verletzt, 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Fünf Menschen starben, dramatischerweise drei Kinder unter ihnen, doch auch das waren weniger Tote als in den vergangen drei Jahren. Und auch die Zahl der Unfälle (1.749) ist gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig.

Doch was sich in der Stadt gut entwickelte, lief auf den Autobahnen in die andere Richtung: Die Anzahl der Toten (21) war so hoch wie seit 2010 nicht mehr und die Zahl der Verletzten stieg um gut 13 Prozent auf 1.792. „Mir macht das Sorgen“, sagt Polizeipräsident Gregor Lange und er dürfte damit nicht alleine sein.

Autobahnen oft in schlechtem Zustand

Ein Hauptgrund für die schlechten Zahlen, bei der besonders die A1 einen Unfallschwerpunkt darstellte, liegt für die Polizei in der Infrastruktur, also dem Zustand der Autobahnen. Die sind schlecht, es wird daran gearbeitet, im vergangenen Jahr zählte der ADAC eine Viertelmillion Staumeldungen - und ein Stau oder eine Baustelle stellen ein erhöhtes Unfallrisiko dar.

Problematisch bleibt auch die Handynutzung am Steuer. „Viele glauben“, sagt der Polizeipräsident, „permanent online sein zu müssen“. Die Ablenkung durch Handys auf den Autobahnen wird sich wahrscheinlich nicht groß von der im städtischen Straßenverkehr unterscheiden, doch auf den Autobahnen sind die Geschwindigkeiten höher und damit die Konsequenzen bei einem Unfall höher. Wobei die Geschwindigkeitsüberschreitungen als Grund für Unfälle in den letzten Jahren weniger wurden - deutlich angezogen haben indes 2017 zu knappe Abstände.

Respektlos aber mobil

„Unfälle“, sagt dann auch der leitende Polizeidirektor Ralf Ziegler, „passieren nicht einfach. Unfälle werden verursacht.“ Und die Ursache ist dann eben nicht das Auto, sondern der Fahrer. Womit dann der Respekt Thema wird. „Es ist respektlos, zu schnell zu fahren“, sagt Ziegler. Es ist, kann man ergänzen, anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber respektlos, auf sein Handy zu schauen. Oder, wie ein LKW-Fahrer es auf dem Stadtgebiet tat, gleich in den Laptop.

Polizei Dortmund fordert mehr Respekt von Verkehrsteilnehmern

„Da werde ich sprachlos“, sagt Polizeipräsident Lange zu diesem LKW-Fahrer mit den Augen auf dem Laptop. © Polizei

Und es ist, um überzuleiten, respektlos, mit aufgemotzten Karren über den Wall zu brettern. Dortmund ist seit vielen, vielen Jahren Anzugspunkt für eine solche Szene, das weiß auch die Polizei. „Wir haben damit in Dortmund ein Problem“, sagt Ziegler und verspricht als Leiter der Direktion Verkehr, dieses Thema noch deutlicher anzugehen als bisher.

Die Szene sei sehr groß geworden, Dortmund hat Strahlkraft, es kämen Menschen auch aus Holland, um sich hier freitags oder samstags am Wall zu präsentieren. Man sei in Gesprächen mit der Stadt, um weitere Möglichkeiten zu erschaffen. Welche das sein können, will Ziegler nicht verraten.

Viele verletzte Jugendliche

Nicht sagen kann er indes, warum in Dortmund die Zahl der im Straßenverkehr verletzten Jugendlichen gestiegen ist. Von 69 auf 99 stieg diese Zahl, zwei Drittel unverschuldet.

Wenn man diese Zahlen, die Unfallzahlen überhaupt, senken will, braucht es neben Prävention und Repressionen der Polizei eine „gesellschaftliche Neuausrichtung beim Respekt“. Sagt Lange. Sich einfach an Regeln zu halten, damit kann man das wohl übersetzen.

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