Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nacht der Bach-Motetten

18.06.2007

Alle sieben Motetten von Bach an einem Abend aufzuführen, ist für einen Chor ein kaum realisierbares Projekt. In der Gemeinschaft von fünf Chören gelang das Reinoldikantor Klaus Müller am Sonntag in St. Reinoldi. Die «Nacht der Bach-Motetten» war ein Ersatz für die «Nacht der Chöre», die nur alle zwei Jahre stattfindet und 2008 wieder geplant ist.

Rappelvoll war die Kirche, das Interesse an den Werken, von denen nicht bei allen die Urheberschaft Bachs gesichert ist, groß. Und mit dem «Kammerchor an St. Reinoldi» stellte sich auch ein neuer, erst in diesem Jahr von Klaus Müller gegründeter Chor mit 20 Stimmen vor.

Die längste und anspruchsvollste Motette, «Jesu, meine Freude», hatte Müller dem Kammerchor anvertraut. Einen schlanken Klang hat der Chor, in den viele gut geschulte Stimmen singen; ein wenig fehlt ihm noch die Geschlossenheit. Die zeigte der Uni-Kammerchor unter Leitung von Ulrich Lindtner in «Komm, Jesu, komm» - obwohl man auch diesem Spitzenchor anhörte, dass es ein Problem ist, wenn sich ein Chor so lange vor dem Auftritt einsingen muss.

Im Vorteil war da der Bachchor in «Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf». Schöne Betonungen und ein differenzierter Gesang zeichneten den Chorklang hier aus. Der Singgemeinde Oberhausen geriet besonders der Schluss von «Singet dem Herrn ein neues Lied» mitreißend.

Kleinstes Ensemble war das «Collegium Musica Vocalis Leichlingen», das mit nur 13 Stimmen die einzige nicht doppelchörige Motette, «Lobet den Herrn», sang. In Gemeinschaft mit dem Reinoldi-Kammerchor beendete das Collegium das Konzert mit «Ich lasse dich nicht». Der Bläserkreis an St. Reinoldi schuf mit Choralsätzen schöne Übergänge zwischen den Chorauftritten und spielte die Motette «Fürchte dich nicht» in einer präzise musizierten Instrumental-Version.

Sehr gut hätte das collegium vocale in diesen Abend gepasst. Fast zeitgleich sang es in der Propstei-Kirche die Motette «Jesu meine Freude». Um derart unnötige Konkurrenz zu vermeiden, würden sich die Dortmunder Kantoren nach den Ferien an einen Tisch setzen und Konzerte so planen, dass es solche Überschneidungen nicht mehr gäbe, versprach Müller. JG

Lesen Sie jetzt