Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Moderne Messe mit Anklängen an Jazz, Pop und Rock

17.06.2007

Chöre mit dem Profil des «Neuen Chors an Sankt Patrokli» gibt es in Dortmund wenig - der Uni-Kammerchor und das Collegium vocale arbeiten ähnlich wie das ein Jahr junge Ensemble von Johannes Knecht. Samstag stellte sich der Chor in der Kreuzkirche vor.

Ausschließlich Musik des 20. und 21. Jahrhunderts gehört zum Repertoire der 20 Sänger - auch das ist ein Novum in Dortmund. Stilistische Abwechselung brachten die Solisten in das Konzert. Und dank der guten Kontakte des Chorleiters, waren die solistischen Partien glänzend besetzt mit Mezzosopranistin Natascha Valentin und Sopranistin Keiko Matsumoto, die beide wie Knecht Mitglieder des Opernchors sind.

Die 17-jährige Pianistin Mediha Khan begleitete am Klavier und ergänzte das Programm mit dem Adagio aus Beethovens «Mondscheinsonate» und der c-Moll-Partita BWV 826 von Bach. Für Cembalo ist die Partita geschrieben, auf dem diesem Instrument mag sie auch farbiger klingen als auf dem Klavier in der Kirche. In der Basilika-Akustik dieses Raums verschwimmen die schnellen Läufe leicht - geschickt steuerte Mediha Khan dem mit präzisem und differenzierten Spiel entgegen. Dass eine so junge Solistin eine so versierte Begleiterin von Chor und Solisten ist, ist auch nicht selbstverständlich.

Gute stimmbildnerische Arbeit hat Knecht mit dem Chor geleistet. Differenziert hat er das «Wings of a morning» von John Rutter einstudiert, und im Hauptwerk des Konzerts, der «Missa terra supermontale» von Thomas Gabriel führte er die 14 Sängerinnen und sechs Sänger in den Jazz-, Pop- und Rockanklängen zu einem beweglichen, rhythmisch genauen Gesang. Einen schlanken Klang hat der bewegliche Chor, der wendig reagiert, textverständlich singt und die Phrasenendungen schön aussingt. Eine Spur mehr Frische hätte das Gloria der Messe noch vertragen können.

Sehr gut fügten sich die Sopransolistinnen in der Messe in den Chorklang ein. Das Ave Maria von Mascagni und die Arie aus Händels Xerxes sang Keiko Matsumoto mit großer Opernstimme; fließend, unter einem großen Spannungsbogen sangen Natascha Valentin und Bariton Johannes Knecht das «Panis Angelicus» von Franck. JG

Lesen Sie jetzt