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Menschen in die Seele gesehen

15.06.2007

Sehnsucht und Heimweh, die Hoffnungen und Enttäuschungen der Menschen sprechen aus einer der spannendsten und ergreifendsten Ausstellungen, die in der letzten Zeit im Museum am Ostwall zu sehen waren. Der aus Albanien stammende Künstler Adrian Paci zeigt mit «Still Moving» die stehenden, stillen und die bewegten Bilder.

Auch mit der oft etwas sterilen Kunstrichtung Video weiß er virtuos umzugehen. Er sieht in die Gesichter und in die Seelen der Personen, die er im Alltag und bei besonderen Anlässen wie Hochzeiten beobachtet hat. Seine eigene Vita, die inzwischen so renommierte Ausstellungsstationen wie die Biennale in Venedig aufweist, spiegelt sich in seinen Arbeiten.

1969 in Albanien geboren, emigrierte er 1997 nach Italien. Die Erinnerung und das Erlebte, für Migranten besonders wichtig, sind eine der Quellen für sein vielfältiges künstlerisches Schaffen. Außer Videoarbeiten gehören Gemälde, Fotografien und Installationen dazu. Dass der sozialistische Realismus, mit dem er in seinem Heimatland aufwuchs, ihn beeinflusst hat, lässt sich aus seinen Gemälden ablesen. Wunderbare Familienszenen und nette Kinderauftritte schildert er anschaulich.

In Italien, seiner neuen Heimat, fand er andere künstlerische Anstöße - vor allem auch durch die Filme von Pier Paolo Pasolini. Dem 1975 ermordeten Autor und Regisseur widmet er seine «Capella Pasolini». In einer Holzhütte umgibt er ein Erinnerungsbild mit den Stationen seines Lebens und seiner Filme, die poetisch und aufrührerisch zugleich waren und für viel Diskussionsstoff sorgten.

Die Ausstellung «Still Moving» macht Lust auf die Pasolini-Werke, die das Museum in Zusammenarbeit mit dem «vhs//kino.plus» zeigen kann. Am 21. August wird es «Mamma Roma» sein und am 4. September «Il Vangelo Secondo Matteo», die eigenwillige Interpretation des Matthäus-Evangeliums. S.K. Überregionale Kultur

An diesem Sonntag um 11.30 Uhr eröffnet Dr. Kurt Wettengl die Ausstellung. www.museumamost wall.dortmund.de

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