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Legehenne statt Milchkuh

27.06.2007

Benninghofen Sie sind bereits die siebte Generation, die den Hof an der Overgünne verwaltet. Doch für Elvira und Heinz-Wilhelm Lueg-Althoff hat sich in ihrem Gewerbe einiges verändert.

«Die Landwirtschaft ist nicht mehr gefragt. Ich sehe mich mittlerweile eher als Landschaftspfleger», sagt der 53-jährige Ortslandwirt, der die Interessen seiner Kollegen im Dortmunder Südosten vertritt. Rund 50 sind es noch, «aber nur elf sind noch in Vollwirtschaft». Der Rest verpachtet hauptsächlich die Grundstücke. «Die Älteren haben schon längst mit der Landwirtschaft abgeschlossen», erklärt Lueg-Althoff, die meisten Höfe würden nicht überleben. Es fehlen die Perspektiven.

Woran liegt es? «Der Beruf hat heute nicht mehr den gleichen Stellenwert. Getreide gibt es seit dem EU-Anschluss im Überschuss.» Und in Deutschland in großen Mengen nur noch an ausgewählten Standorten. Vielerorts könne man durch die Bebauung nicht mehr expandieren oder sich spezialisieren. «Ein Strukturwandel, der uns nicht gerade entgegenkommt.» Denn immer häufiger übernehmen die Kinder nicht mehr den Hof der Väter und suchen ihr berufliches Glück woanders.

So auch bei den Lueg-Althoffs. «Unsere Kinder haben andere Interessen als die Landwirtschaft», sagt Elvira Lueg-Althoff. Doch dem Wandel haben sich die beiden angepasst, die letzte Milchkuh etwa wurde 1975 an der Overgünne gemolken. Zwar bewirtschaften die Lueg-Althoffs noch 27 Hektar Land, jedoch werden hauptsächlich Grünpflanzen angebaut. Vielmehr konzentriert man sich auf Schweinemast und die Legehennenzucht. «Der Direktverkauf ist unser Geschäft», so Landwirt Lueg-Althoff. Den Hof bewirtschaftet er heute mit seiner Frau allein. «Die Zeiten, wo bei uns am Mittagstisch noch zehn Leute saßen sind schon lange vorbei.» arn

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