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Lebendig und kräftig und schärfer

Gedanken zum ev. Kirchentag Köln

10.06.2007

Von seinen Besucherzahlen hat der ev. Kirchentag in Köln alle Erwartungen übertroffen und dadurch gezeigt, dass das Bedürfnis groß ist nach Gemeinschaftserfahrung, nach Austausch und Impulsen für die eigene Religion. Es gab viel Harmonisches. Die schärfsten und auch kritischsten Auseinandersetzungen fielen wohl im Dialog der Religionen. Hier habe ich erlebt, dass der ev. Kirchentag eine freie Bewegung ist, die immer auch eine kirchen- und gesellschaftskritische Ausrichtung hatte und hat. Wenn Bischof Huber seine Position zum Dialog kundtut, so gibt es von Seiten des Kirchentages auch andere Stimmen dazu. Der Kirchentagspräsident Höppner hat sich im Abschlussgottesdienst noch einmal vehement für den Dialog auf Augenhöhe ausgesprochen. «Demütigung führt zu Gewalt» - so seine Worte und er forderte gemäß der biblischen Feindesliebe auch die Feinde an den Verhandlungstisch. Ich habe, mehr am Rande, miterlebt, wieweit der Dialog der Religionen bereits ist: In einer kleinen Kirche beteten und meditierten Christen, Muslime, Buddhisten und Sikhs, Mitglieder des interreligiösen Runden Tisches aus Köln-Mülheim, wie es ihrem Glauben, ihrer Frömmigkeit und ihrer Tradition entspricht. Ein authentisches Miteinander gemeinsamer Achtung und Toleranz. Für mich ein Meilenstein auf dem ökumenischen Weg. Dass das Forum mit der Bundeskanzlerin völlig überfüllt war und mit vielen Lautsprechern nach außen übertragen wurde, hat niemanden verwundert. Erfreulich die Äußerung Münteferings, dass der Kirchentag auch eine Tankstelle für ihn ist, bei der Politiker auftanken können, im Zuhören und mit Zeit zum Reden. «Gebt Acht! » auf unsere Welt, so die Auslegung von «G8» in der Predigt zum Abschluss. Bleibt zu hoffen, dass das Motto des Kirchentags weiter anhält im Leben unserer Kirche und unseres Handelns, auch hier vor Ort. Barbara von Bremen absolvierte ein freiwilliges Jahr in Lateinamerika, bevor sie evangelische Theologie studierte. 1989 kam sie nach Dortmund, ist als Pfarrerin für Stadtkirchen-Arbeit an St. Petri tätig. E-Mail: b.v.bremen@stpetrido.de

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