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Knick Dir Eine

hörde Was der Gesetzgeber jetzt beschlossen hat - ein Rauchverbot auch an Schulen - ist dort längst Praxis. Auch am Goethe-Gymnasium in Hörde. Das Verbot - viel Qualm um nichts? Wie sieht die Praxis aus?

15.06.2007

Das Goethe-Gymnasium (GG) Hörde wagte schon vor zwei Jahren diesen Vorstoß, lange vor dem jetzt verabschiedeten Gesetz. Dass jüngeren Schülern kein schlechtes Vorbild gegeben werde, war für Schulleiter Lothar Ständeke (Foto) der wichtigste Grund, in seiner Schule ein allgemeines Rauchverbot zu verhängen. Das Rauchverbot gilt für Schüler, Lehrer und Besucher der Schule an der Stettiner Straße.

Bei einem Verstoß werden Schüler durch einen Eintrag in das so genannte «Raucherbuch» und eine Mitteilung an die Eltern bestraft. Zu einem schriftlichen Verweis ist es bisher noch nicht gekommen.

Jedoch räumt Lothar Ständeke ein, dass ein absolutes Rauchverbot bei Abendveranstaltungen nicht umzusetzen sei. Sowohl Eltern als auch Besuchern droht keine Strafe.

Ullrich Benninghoven, ein rauchender Lehrer, hat kein Problem damit, während der Schulzeit auf das Rauchen zu verzichten. Zum Nichtraucher ist er dennoch nicht mutiert. Auch alle seine Kollegen halten sich an die Abmachung.

Die Schüler des GG stehen der Sache kritisch gegenüber. Eine 18-jährige Nichtraucherin: «Die Idee einer rauchfreien Schule finde ich an sich gut, da sich aber keiner richtig daran hält, ist sie nicht sehr effektiv.»

Die «offizielle» Raucherecke war versteckt hinter der Schule. Nach Informationen der Schüler wird nun jedoch wenige Meter neben dem Schulgelände an einem für alle sichtbaren Platz geraucht.

Auch ein 15-jähriger Schüler sieht darin ein Problem: «Viele in meinem Alter rauchen vor allem, um vor Älteren 'cool' dazustehen. Jetzt aber können wir die Älteren beim Rauchen noch besser sehen.» Aus diesem Grund spricht sich auch ein 17-jähriger Raucher gegen das Verbot aus: «Die neue Raucherecke» ist jetzt schneller zu erreichen als die alte. Ich denke, dass sich die Schule durch dieses Verbot nur ein gutes Image verschaffen wollte.»

Doch dem Problem der inoffiziellen Raucherecke widerspricht der Schulleiter: «In der früheren Raucherecke konnten auch Schüler der Sekundarstufe 1 ungesehen rauchen. Am jetzigen Platz rauchen so junge Schüler nicht mehr. Das verbuche ich als Erfolg!»

Larissa Heege, Ines Marx

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