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Kindsmord-Prozess: Ermittler soll aussagen

DORTMUND Im Prozess gegen die mutmaßliche Kindesmörderin Sabrina L. (27) plant das Schwurgericht, am 17. Juli einen verdeckten Ermittler als Zeugen zu vernehmen.

von Von Werner von Braunschweig

, 15.06.2007
Kindsmord-Prozess: Ermittler soll aussagen

Sabrina L. (27) auf der Anklagebank.

Der Mann soll Mitte vergangenen Jahres im Zuge der Ermittlungen gegen Sabrina L. vom Landeskriminalamt (LKA) auf die 27-Jährige angesetzt worden sein. Nachdem der Mann offenbar auch schnell ihre Nähe fand, soll er ihr dann ein Geständnis entlockt haben - dass sie nämlich Chantal, Pascal und Kevin mit einem Kissen erstickt hatte. Bis dahin hatte Sabrina L. stets behauptet, ihre Kinder seien am "Plötzlichen Kindstod" gestorben.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer hat inzwischen offiziell beim LKA angefragt, inwieweit eine Vernehmung des Zeugen während der Verhandlung stattfinden kann. Öffentlich oder nicht öffentlich? Per Videoübertragung aus einem Nebenraum? Möglicherweise muss der Mann auch nicht nur optisch abgeschirmt, sondern dazu auch seine Stimme technisch verzerrt werden. Denn: Um wen es sich bei dem verdeckten Ermittler handelt, das wissen selbst die Richter bisher nicht. Offenbar muss seine Identität unbedingt geheim gehalten werden, um weitere Einsätze als V-Mann nicht zu gefährden.

Während der gestrigen Verhandlung kamen unterdessen die ehemaligen Schwiegereltern der mutmaßlichen Kindesmörderin als Zeugen zu Wort. Als Chantal und Pascal 2001 binnen weniger Monate zu Tode kamen, brach für beide Großeltern eine Welt zusammen. "Wir waren alle fertig, besonders mein Sohn", berichtete Friedrich L. (57).

Während er bei den schmerzlichen Erinnerungen zum Tod seiner Enkelkinder gefasst wirkte, brach seine Frau (57) bereits in den ersten Minuten ihrer Vernehmung in Tränen aus: "Wir wollten das nicht begreifen, das kann man gar nicht begreifen." Und ihre Schwiegertochter? Die sei ein "schwieriger Charakter» gewesen, habe niemanden an sich ran gelassen: "Trotzdem wäre ich nie darauf gekommen, dass sie etwas damit zu tun gehabt haben könnte."

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