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Kanalnetz unter der Lupe

Im Westen Das dritte Unwetter innerhalb von nur zwölf Monaten im Stil eines «Jahrhundert-Regenereignisses» am 14. Juni hat das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht. Vor allem die Bürger im Dortmunder Westen, die jedesmal besonders betroffen waren, fühlen sich mehr und mehr von der Stadt allein gelassen.

27.06.2007

Dr. Christian Falk vom Tiefbauamt kann sie gut verstehen und erklärt auf RN-Anfrage: «Für diese Regenereignisse, die bislang nur alle 20 bis 50 Jahre auftauchten, ist das bundesweite und damit auch das Dortmunder Kanalnetz nicht gewappnet und kann so den gewohnten Entwässerungs-Komfort nicht bieten.» Die klimatischen Veränderungen und die damit verbundenen Überschwemmungen nehme sein Amt nun zum Anlass, um weitreichende Prüfungen des Kanalsystems vorzunehmen. Schwerpunkt seien die Wohnbereiche in der Nähe des Schmechtingbachs, also insbesondere die Vororte Marten und Somborn.

Wie berichtet stehen vor allem dort immer wieder die Keller zahlreicher Hausbesitzer unter Wasser. Noch stärker betroffen ist Karl-Heinz Dobring, dessen gesamtes Grundstück am Bärenbruch auch bei weniger starken Regenfällen sofort unter Wasser steht. «Mein Garten ist wieder ein Schwimmbad, nachdem wir gerade erst Rasen neu gesät haben», erzählt er frustriert. Wie ein «reißender Bach» seien die Wassermassen aus der Straße Marterloh und von der Feuerwehrwache auf sein Anwesen geflossen. Sandsäcke und Betonsteine hätten die Fluten nicht aufhalten können.

«Mit den Ergebnissen unserer Prüfungen, die umfangreiche hydraulische Berechnungen erfordern, rechnen wir im Herbst», berichtet Dr. Falk. Und die mögliche Konsequenz? «Gegebenenfalls folgen durch uns oder die Emschergenossenschaft Baumaßnahmen. Aber nicht, um Missstände zu beheben, sondern um den Entwässerungs-Komfort zu verbessern», betont Dr. Falk.

Eine weitere Maßnahme, die Problematik in den Griff zu bekommen, sei die «Zukunfts-Vereinbarung Regenwasser 15/15». «Sie besagt, dass 15 Prozent des Regenwassers vom Kanalnetz abzukoppeln sind, etwa durch Gewässereinleitungen oder Regenversickerungsanlagen», erklärt Christian Falk.

Was übrigens auch für Neubaugebiete gelte: «Wir sind gesetzlich verpflichtet, das Wasser nicht einfach in den Kanal zu leiten, sondern nach Möglichkeit Alternativen zu realisieren», nimmt Dr. Falk Stellung zu dem Vorwurf, dass immer mehr Neubaugebiete an das bestehende Kanalsystem angeschlossen würden. Dön

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