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Kaderschmiede für den IT-Nachwuchs

DORTMUND „Das ist schon interessant“, sagt Dr. Erich Embacher. „Seit vier Jahren bieten wir Leistungskurse in Informatik an. Doch kaum einer weiß davon.“

von Von Achim Roggendorf

, 08.11.2007
Kaderschmiede für den IT-Nachwuchs

Ohne Informatik läuft bei ihnen gar nichts: Schüler der Jahrgangstufe 12 am Karl-Schiller-Berufskolleg.

Embacher ist Leiter des Karl-Schiller-Berufskollegs, an dem junge Menschen auch ihr Abitur machen können. Schwerpunkte u.a.: Mathematik und Informatik. 60 Schüler drücken zurzeit im Kolleg die Schulbank. „Doch wir könnten doppelt so viele Jugendliche unterrichten“, macht Embacher Werbung in eigener Sache.

Und so lässt den Oberstudiendirektor die Kritik von Roland Bracht auch kalt. Der Vorsitzende der Vereinigung der Ehemaligen und Freunde des Fachbereichs Informatik der Universität Dortmund, kurz Alumni, hatte sich kürzlich in unserer Zeitung über die fehlenden Informatik-Leistungskurse an Schulen beklagt. Da brauche man sich nicht zu wundern, wenn immer weniger junge Menschen Informatik studierten – und der Fachkräftemangel in der heimischen IT-Branche immer größer werde, so Brachts Rundumschlag.

Am Karl-Schiller-Berufskolleg will man nun stärker für sein Angebot die Werbetrommel rühren. Embacher will zwar in diesem Zusammenhang keine Kollegenschelte betreiben. Gleichwohl kann er sich eine Bemerkung in Richtung Gymnasien nicht verkneifen: „Wir haben an den Schulen immer wieder Informations-Broschüren verteilt. Leider sind sie in den Papierkörben verschwunden.“

Embacher ist optimistisch, dass bald noch mehr junge Menschen das Einmaleins der praxisbezogenen Informatik am Kolleg lernen, um später vielleicht ein einschlägiges Studium zu beginnen. Mit der Fachhochschule arbeitet man inzwischen eng zusammen. Nur mit der Universität herrscht (noch) Funkstille. „Aber das“, so Embacher, „kann sich ja bald ändern.“