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Indie-Band zeigt die Definition von Radiomusik

Konzert von Milky Chance in der Phoenixhalle

Die Indie-Band Milky Chance liefert routiniert in der Phoenixhalle ab. Doch so wirklich zu begeistern vermochten sie nicht. Auch, weil ihre Musik inzwischen eher die Definition von Radiomusik und Mainstream ist.

Hörde

, 22.02.2018
Indie-Band zeigt die Definition von Radiomusik

Milky Chance spielte in der Phoenixhalle. © Nils Foltynowicz

Musikerkarrieren sind wie ein Fluss: Die Quelle liegt im Verborgenen, im Unterholz der Popmusik. Mit der ersten Hit-Single bricht der Fluss Dämme, reißt zahlreiche Hörer mit und aus Untergrund wird Mainstream. Doch sobald die großen Hits über Radiowellen in die Welt getragen werden, möchten Fans der ersten Stunde gern wieder flussaufwärts schwimmen, zu alten Klassikern. Milky Chance, die Mittwoch in der Phoenixhalle spielten, sind ein Paradebeispiel dafür.

Die Straßenmusiker aus Kassel landeten 2012 mit „Stolen Dance“ ihren ersten YouTube-Hit. Dann kam der Erfolg in Europa und Übersee, bis sie sogar in der bekannten US-Late-Night-Show „Jimmy Kimmel Live“spielten – als erste deutsche Band nach Rammstein. Eine Bilderbuch-Karriere mit einer homöopathischen Dosis Rohheit von der Straße. Ihren Stil bezeichnen sie selbst Folktronica, mit Folk-Musik hat das aber wenig zu tun.

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"Milky Chance" spielten in der Phoenixhalle

22.02.2018
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Milky Chance spielte in der Phoenixhalle.© Nils Foltynowicz
Milky Chance spielte in der Phoenixhalle.© Nils Foltynowicz
Milky Chance spielte in der Phoenixhalle.© Nils Foltynowicz
Milky Chance spielte in der Phoenixhalle.© Nils Foltynowicz
Milky Chance spielte in der Phoenixhalle.© Nils Foltynowicz
Milky Chance spielte in der Phoenixhalle.© Nils Foltynowicz
Milky Chance spielte in der Phoenixhalle.© Nils Foltynowicz
Milky Chance spielte in der Phoenixhalle.© Nils Foltynowicz
Milky Chance spielte in der Phoenixhalle.© Nils Foltynowicz

Milky Chance spielt guten Indie-Pop mit britischem Charme: Alltagstaugliche Radiomusik, die niemanden verschreckt, vielen Menschen Freude bereitet, aber selten überrascht. So auch auf dem Konzert in Dortmund.

Ihr Handwerk beherrschen die Musiker allerdings bis zur Perfektion, inklusive ihres Teams: Der Sound in der Phoenixhalle ist hervorragend, selbst das schwierig abzumischende Schlagzeug klingt wie aus dem Studio. Die Stimmen der Sänger sind bis auf den Dezibel genau aufeinander abgestimmt. Und an einem der Höhepunkte des Konzerts greift Gitarrist Antonio Greger mit Leidenschaft zur Mundharmonika und verliert sich in routinierter Ekstase. Von der Performance der Musiker über die Lichtshow bis zur Tontechnik: hier gibt es nichts zu meckern. Aber eben auch keine Ecken und Kanten.

Stimmung lockerte sich spät

Selbst die Publikumsansprache, eigentlich ein magischer Akt der Verbundenheit zwischen Popstar und Mensch, wirkt wie auswendig gelernt. Würde jemand auf einem Tonbandmitschnitt erkennen, ob das Konzert in Dortmund oder Saarbrücken stattgefunden hätte?

Etwas später lockert sich die Stimmung auf der Bühne , als Fans aus der ersten Reihe die alten Hits verlangen. „Heißt das, euch gefallen die neuen Sachen nicht?“, fragt Frontsänger Clemens. Dann grinst er und stimmt einen ihrer Klassiker an: „Down by the River“.

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