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«Geräuchertes Würstchen»

Er schäumt wie das Glas Bier nach Feierabend: «Wenn schon Rauchverbot, dann aber richtig. Und zwar überall. Dann auch beim BVB. Da kommen Sie aus dem Stadion und riechen wie ein frisch geräuchertes Würstchen.»

12.06.2007

Claus Altendorf, der stellvertretende Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, mag markige Worte, liebt Klartext. Und schimpft nicht über das gestern in Düsseldorf verkündete Aus für Raucher in Einraum-Gaststätten, sondern über die Halbherzigkeit von Politikern. Altendorf, seit zehn Jahren bekennender Nichtraucher, meint, wenn schon, denn schon: «Es kann doch nicht sein, dass bei meinem Friseur noch geraucht wird oder in den Wartezimmern von Anwaltbüros. Selbst in den Arztpraxen hat der Gesetzgeber das Rauchen noch nicht verboten. Da achten die Ärzte höchstens selbst drauf.» Jetzt sei das Gastgewerbe wieder der Prügelknabe, «aber man hat ja noch nie auf die Belange des Mittelstandes Rücksicht genommen», so Altendorf. Das geplante totale Rauchverbot in Gaststätten mit nur einem Raum sei ein «Feigenblatt», die wahren wirtschaftlichen Auswirkungen könne man jetzt noch nicht überblicken. Aber der Dehoga-Chef rechnet damit, dass die typischen Eckkneipen, von denen es in Dortmund nur noch gut 100 geben dürfte, Pleite machen: «Sie sind ja schon jetzt in einer extremen Situation.» Betriebe wie Overkamp mit einem ganz anderen Potenzial an Räumen und Möglichkeiten dürften nach Meinung Altendorfs keine Probleme mit dem Verbot bekommen. Szene-Betriebe wie das Louisiana oder Extrablatt aber sehr wohl. Und die Politiker-Aussage «dann kämen eben mehr Nichtraucher in die Kneipen, sei «absoluter Blödsinn». Als einer der Betroffenen überlegt auch Detlef Lotte, selbst starker Raucher, wie er seine Betriebe, darunter das «Dieckmann's», Wittbräucker Straße, für Raucher aufhübscht: «Vielleicht bauen wir einfach einen Wintergarten an.» Glücklich der, der's kann. bö

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