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Frau verblutete nach Fehler eines Anästhesisten

14.06.2007

Es ist eine Wunde, die nicht zuheilt. Es war der 3. Januar 2006, als sich das Leben von Franz Schulte schlagartig änderte - durch den Kunstfehler eines Arztes im Klinikum. Franz SchulteEdith (Foto 2) verlor seine Frau (Foto 1) auf dem OP-Tisch.

Die 59-Jährige sollte am Magen operiert werden. Bei der Vorbereitung zur Operation passierte der folgenschwere Fehler durch den Anästhesisten. Bei seinem Versuch, die so genannte Vena jugularis («Drosselvene»/zwei Venen im Halsbereich) zu punktieren, wich er um ein Winziges ab und traf unglücklicher Weise die Unterschlüsselbeinarterie. Hierdurch traten heftige arterielle Blutungen in den Brustkorb ein. Die Patientin verblutete.

Die Anästhesie-Abteilung stellte Selbstanzeige. Die Ermittlungen zur Klärung der Umstände des Todes von Edith Schulte wurde durch die Staatsanwaltschaft Dortmund am 5. April 2007 eingestellt. Das Verfahren zur Erhebung der öffentlichen Anklage wurde mit gleichem Datum vorläufig eingestellt. Die Staatsanwaltschaft bewertete den Vorgang aufgrund des Gutachtens als Kunstfehler. Nach Erfüllung der finanziellen Auflagen von 4500 Euro an die Johanniter-Unfall-Hilfe und 3000 an die Staatskasse, stellt Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel das Verfahren gegen den Anästhesisten endgültig ein, wie sie auf RN-Anfrage mitteilte.

Traurig erinnert sich der Witwer: «Das Klinikum hat sich nach langem Ringen bereit erklärt, die Beerdigungskosten zu tragen.» Franz Schulte beklagt, dass die Geschäftsführung an ihn keinen Brief des Bedauerns richtete. «Als ich am 3. Januar mittags im Krankenhaus anrief, um mich zu erkundigen, wie die Operation verlaufen ist, fragte man mich: ,Hat man Ihnen noch nicht gesagt, dass Ihre Frau gestorben ist?'»

Der 59-jährige aus Berghofen muss sich mit einem Unglück abfinden, wie es auch in jedem anderen Krankenhaus hätte passieren können. Mit einem ärztlichen Fehler. Klinikum-Sprecher Jörg Kühn bedauert: «Sobald ein Verfahren im Raum steht, dürfen wir rein rechtlich ausschließlich mit dem Anwalt sprechen.» bö Seite 3:Es fehlen

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