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Fotografin sucht 100-Jährige, die noch alleine wohnen

Fotoprojekt über Selbstständigkeit im Alter

Es gibt viele von ihnen, aber man hört und sieht sie selten: Menschen, die auch im hohen Alter noch selbstbestimmt und allein ihren Alltag meistern. Magdalena Stengel sucht diese Menschen – für ein besonderes Fotoprojekt.

DORTMUND

, 20.02.2018
Fotografin sucht 100-Jährige, die noch alleine wohnen

Diesen alten Mann hat Magdalena Stengel für ein anderes Fotoprojekt am Meer fotografiert. Für ihr aktuelles Projekt sucht sie Menschen zwischen 90 und 100, die noch eigenständig und allein in ihren eigenen vier Wänden leben. © Magdalena Stengel

Das Bild, das wir vom Leben im Alter haben, sagt Magdalena Stengel, sei oft ein ängstliches. Es sei ein Bild von alten, kranken Menschen in sterilen, überfüllten Altenheimen. Dabei, davon ist die 30-Jährige fest überzeugt, kann Altern und das Leben im Alter etwas ganz Wundervolles sein – fernab von dem Schreckensbild, das immer wieder vermittelt wird.

Deshalb hat sich die Dortmunderin vorgenommen, das andere Bild, das von Menschen, die auch im hohen Alter noch alleine und selbstbestimmt leben, zu zeigen – mithilfe ihrer Kamera.

Seit acht Jahren in Dortmund

Magdalena Stengel arbeitet als selbstständige Fotografin. Vor acht Jahren zog sie für das Fotografie-Studium an der FH von einem kleinen Dorf in der Nähe von Aalen nach Dortmund.

Sie arbeitet hier für viele Veranstaltungsagenturen, Magazine, Vereine – auch den BVB, porträtiert mit ihrer Kamera das Stadtleben, Feste, Menschen. Vor allem Projekte mit nachhaltigem und sozialem Gedanken liegen ihr am Herzen.

Das Thema Alter

Nebenbei hat sie ein zweites Studium begonnen: In Berlin besucht sie – alle drei Monate – die Meisterklasse. Teil des eineinhalbjährigen Studiums ist eine freie Arbeit, die sie am Ende des Studiums ausstellt. Dafür hat sich Magdalena Stengel das Thema Alter ausgesucht.

Sie möchte 90- bis 100-Jährige, die noch eigenständig sind, in ihrem Zuhause fotografieren. Und ist nun auf der Suche nach diesen.

Wie ist es, alt zu sein?

„Von diesen Menschen sieht man so wenig“, sagt Stengel. Dabei sei es doch so wichtig zu wissen, wie diese Menschen leben. Sie möchte wissen, wie es ist, mit 90 oder 100 noch allein und selbstbestimmt zu wohnen. Sind diese Menschen zufrieden mit ihrem Leben? Vielleicht sogar zufriedener als jüngere? Was kann man von ihnen lernen? Wie ist es, alt zu sein? Warum sind sie noch so fit? „Ich bin total neugierig“, sagt Stengel. „Ich würde mich freuen, wenn ich Menschen finde, die Lust haben, mir von sich zu erzählen.“

Mit alleine leben meint Stengel ein weitestgehend unbetreutes Leben. Es müssen aber nicht Menschen sein, die ganz alleine wohnen – sie sucht auch die, die von ihrer Familie unterstützt werden und Paare, die sich gegenseitig unterstützen.

Den Alltag begleiten

15 bis 20 Menschen aus ganz Deutschland möchte die Fotografin porträtieren. Um sich ein Bild von ihnen zu machen, will sie sie in einem ersten Treffen kennenlernen, erst dann folgt ein Termin mit der Kamera. Dabei will sie Porträts zu Hause, im gewohnten Umfeld, aufnehmen. Im Optimalfall aber die Personen auch in ihrem Alltag begleiten.

„Im Alter“, sagt Stengel, „nimmt man Dinge war, die man als junger Mensch nicht wahrnimmt.“ Jeder Moment bekomme eine besondere Bedeutung. „Das ist ein Geschenk.“

Wer Interesse hat, an dem Fotoprojekt mitzuwirken, kann sich bei Magdalena Stengel bis zum 19. März (Montag) auf drei Wegen melden: Per Email: an magdalenastengel@gmx.net Per Telefon: 01781745114 Per Post: Magdalena Stengel, Mathiesstraße 14-16, 44137 Dortmund. Die Teilnehmer erhalten als Dankeschön Abzüge der Fotografien. Weitere Infos zu Magdalena Stengel gibt es auf ihrer Webseite.
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