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"Forderung einer Anzahlung ist völlig legal"

03.12.2007

Die Anzahlung ist bei der Industrie- und Handelskammer wie auch der Handwerkskammer durchaus ein Thema. Allerdings aufgrund der Zuständigkeiten eher aus der Sicht der Unternehmen.

"Im Bürgerlichen Gesetzbuch gilt eine weitestgehende Vertragsfreiheit", erläutert Jost Leuchtenberg, Assessor bei der IHK Dortmund. Dass ein Unternehmen eine Anzahlung fordere, "ist völlig legal". Pauschal könne er zu ihrer Höhe nichts sagen, "man sollte sich dabei an den branchenüblichen Modalitäten orientieren".

Der Jurist sieht im Übrigen das statistische Risiko einer Zahlungsunfähigkeit eher auf der Kundenseite. "Es gibt wohl mehr Unternehmen, die Insolvenz anmelden müssen, weil Sie ihre Forderungen nicht bei den Kunden reinholen können, als dass Kunden von einer Firmeninsolvenz betroffen sind."

Das sieht Ulrich Verlemann, Leiter bei der Rechtsabteilung der Handwerkskammer, ähnlich. Insbesondere im Bauhandwerk gebe es immer wieder Kunden, "die mit der Lupe nach Mängeln suchen, um die Zahlung zurückzuhalten". Und wenn der Kontokorrentkredit dann ausgeschöpft sei, könne das Unternehmen in ernsthafte Schwierigkeiten kommen.

Von Firmen, die unangemessen hohe Vorauszahlungen - etwa von 50 Prozent des Kaufpreises oder der Bauleistung - einforderten, solle der Kunde lieber die Finger lassen, rät Verlemann. Im Baubereich sei es mittlerweile üblich, dass je nach Baufortschritt vom Kunden Zahlungen geleistet würden. Doch letztlich kann der Experte lediglich feststellen: "Das Risiko in Sachen Insolvenz bekommen wir für beide Parteien nicht aus der Welt." kiwi