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"Es war keine Absicht"

Zwei Gäste, die sich daneben benahmen. Ein Gastgeber, dem die Sicherungen durchbrannten. Diese Konstellation erwies sich am 23. Oktober 2005 als tödliche Mixtur.

25.10.2007

Der Mann, dem seit gestern erneut der Prozess gemacht wird, war Scharfschütze bei der polnischen Armee. Sein Spitzname lautete "Karabiner". Vor zwei Jahren tötete er in seiner Wohnung in Lütgendortmund einen Mann und verletzte einen weiteren schwer. Doch trotz seiner Vorbildung behauptete der 60-Jährige gestern: "Ich habe nicht gezielt geschossen. Die Schüsse haben sich zufällig gelöst, es war keine Absicht."

Die Richter der 39. Strafkammer nahmen die Worte mit sichtlichem Unverständnis zur Kenntnis. Vor ihnen lagen die Akten mit den früheren Vernehmungen des Angeklagten bei der Polizei. Und da hatte es am Tag nach dem Vorfall noch geheißen: "Ich habe geschossen. Ich wollte sie nicht töten, nur verletzen. Ich habe extra nicht auf den Kopf gezielt."

Die neue Version des Angeklagten macht die Aufgabe für die Richter nicht leichter. Ohnehin müssen sie mit dem Problem kämpfen, über eine Tat verhandeln zu müssen, die lange zurückliegt und über die bereits eine andere Kammer geurteilt hat. "Mord" lautete der Schuldspruch in einem ersten Prozess im Sommer 2006. Weil der Angeklagte angeblich auf die beiden schlafenden Brüder schoss und damit ihre Arg- und Wehrlosigkeit ausnutzte.

Doch rechneten die beiden Opfer tatsächlich nicht mit einem Angriff des Mannes aus Lütgendortmund? Fakt ist: Der heute 60-Jährige hatte den beiden Brüdern damals ein Ultimatum gestellt und zur Warnung einmal in die Wand geschossen. Der Mann hatte sich über das Benehmen seiner beiden aus dem Gangster-Milieu stammenden Übernachtungsgäste geärgert. Die Brüder sollen immer wieder die Freundin des Mannes beleidigt haben. von

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