Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ein Ordner voller Ärger

Hombruch 1975. Deutschland blühte auf. Arbeitslosigkeit? Kein Thema. Autobahnen? Wo immer es geht. Aber nicht hinter dem Froschloch. Denn dort wohnt Udo Soete. Einer derer, die den Bau der «DüBoDo»-Autobahn verhinderten.

18.06.2007

Im Rebhuhnweg 22 liefen die Fäden zusammen, denn «600 Tonnen Feinstaub jährlich auf einem ein Kilometer langen Autobahnabschnitt in einem Umkreis von 800 Metern», so Soete, das war bei aller Liebe zur Mobilität zu viel des Guten. Das idyllisch gelegene Froschloch wäre nur 300 Meter von der Trasse entfernt gewesen.

Udo Soete arbeitete im Garten, als ihn ein Nachbar über den Autobahnbau informierte. Sein erster Gedanke: «Toll. Dann haben wir es ja nicht so weit bis zur Autobahn.» Doch eine erste Analyse ließ ihn aufhorchen. In einem Gutachten entdeckte der Hombrucher zahlreiche sachliche Fehler, eigene Recherchen vergrößerten die Skepsis.

Vor allem mit Blick auf das Feinstaub-Thema, das in den 70ern in der öffentlichen Diskussion keinen so großen Raum eingenommen hatte wie das heute der Fall ist. Die «Aktionsgemeinschaft gegen die DüBoDo» suchte Mitstreiter in der Politik, musste Strippen ziehen und gegen Windmühlen kämpfen. Auch bei Journalisten. «Wir sind anfangs auch nicht in die Presse gekommen. Gegen eine Autobahn zu kämpfen war einfach nicht opportun.» Am Ende konnten die Gegner die Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker überzeugen. Mit ein Grund dafür, warum der B1-Tunnel gebaut wird.

«Lange glaubten wir dann, dass die Pläne vom Tisch seien. Aber dann ging alles von vorne los»: Nach der Wende hatte Bundesverkehrsminister Krause die DüBoDo wieder in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Udo Soete verhandelte auf höchster Ebene. Bis heute ist es idyllisch im Froschloch.

Wächst da das Misstrauen gegen die Politik? «Misstrauen würde ich nicht sagen. Ich nenne das reale Betrachtung.» Real war auch sein Einstieg in das Thema: «Wir haben die Lage viel früher richtig eingeschätzt als die Politik.» Siehe Feinstaub. ban

Lesen Sie jetzt