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Drei Jahre und vier Monate Haft für Hotel-Investor Baumhögger

Gerichtsurteil

Der bekannte Dortmunder Hotel-Investor Reinhard Baumhögger ist am Freitag vom Landgericht zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Gleichzeitig haben die Richter den schwer herzkranken 65-Jährigen unter Auflagen aus der U-Haft entlassen.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 28.10.2011

Nach Ansicht der Richter hat Baumhögger im Jahr 2002 mehrere Gesellschaften seines bundesweit tätigen Hotelimperiums bewusst und gezielt in die Pleite gesteuert, um sie dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen. Dazu bediente er sich der Hilfe eines „professionellen Firmenbestatters“, der mithilfe von dubiosen Mittelsmännern dafür sorgte, dass die Firmensitze ins Ausland verlegt wurden. „Es hat schon eine besondere Qualität, wenn man als seriöser Geschäftsmann plötzlich Kontakt zur Marbella-Connection sucht und deren Hilfe annimmt“, sagte der Vorsitzende Richter Michael Hammeke in der Urteilsbegründung.

Nach dem Urteil der 33. Strafkammer kann Baumhögger das Untersuchungsgefängnis endlich wieder verlassen. Er muss allerdings eine Kaution von 500 000 Euro in bar hinterlegen und außerdem seinen Personalausweis und seinen Reisepass abgeben.Darüber hinaus wurde angeordnet, dass sich der Geschäftsmann zwei Mal pro Woche bei der Polizei melden muss.

Ab November werden die Richter über weitere Steuerhinterziehungs-Vorwürfe (7,5 Millionen Euro) gegen Baumhögger verhandeln. Darüber hinaus wird bei der Staatsanwaltschaft Bochum ein zusätzliches Ermittlungsverfahren wegen Titelmissbrauchs geführt. Baumhögger soll sich seinen Doktortitel in der Schweiz gekauft haben.

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